(Bridge Nine Records) Holla - die Große Mutter des heilgen Monsters hat mal einige unartige Söhne! Wobei ich insbesondere mit dem 'Son Of Public Castration' (so der Titel eines der Songs) jetzt nicht unbedingt persönliche Bekanntschafft machen möchte. Bridge 9 ist seit seiner Gründung Mitte der 90iger in Massachusetts eins der zuverlässigsten Labels im Hardcore, wenn es um herausragende Qualität seiner Bands geht. Die Liste an Top-Acts ist scheinbar endlos: Verse, Defeater, Sick of it All, BoySetsFire, Terror, Champion, The Hope Conspiracy, H2O, Gallows, Polar Bear Club usw. usw. usw. sind oder waren Teil des Roosters. Europäische Bands findet man allerdings weniger darunter. Die Ehre wurde nun HIEROPHANT zu teil. Und das zurecht! Was für ein Monster von einem Album! Ich muss noch einen Satz mit Ausrufungszeichen schreiben! UNBEDINGT! Da auf Bridge 9 sonst eher Bands des klassischen Hardcore-Sounds, wenn auch unterschiedlichster Colour, zu finden sind, kann man schon sagen, dass mit HIEROPHANT das Portfolio um eine schöne Nuance erweitert wird. Die Italiener packen hier allerschönsten Crust-Punk-Hardcore im Stile von Tragedy/From Ashes Rise/His Hero Is Gone aus. Die Belgier von Rise&Fall kann man auch zur vergleichenden Beschreibung zu Rate ziehen. Von der Intensität der Songs passt das, allerdings sind unsere westlichen Nachbarn etwas aufgeräumter. Bei HIEROPHANT ist der Crust-Faktor deutlich dominanter. Dieser unglaublich knarzig peitschende Gitarrensound, der brutal alles zuzementierende Bass und das permanent nach vorne prügelnde D-Beat des Schlagzeugs sorgen für den genretypischen Sound. Der Gesang ist dabei leider einen kleinen Tick zu weit in den Hintergrund gemischt. Manchmal klingen die Jungs so in etwa wie die kränkeste Version eines Motörhead-Klassikers (denn da haben die Urväter des D-Beat aka Discharge ihren Sound und eben den Beat her), dann wieder Mischen sich Sludge-Einflüsse dazu, wie z.B. bei 'Son of Cathartic Cave'. Alles in allem kann man sagen, dass die Apokalypse selten schöner geklungen hat. Vermutlich ist das Album auch Schuld am dunkelsten Winter seit Aufzeichnung der Wetterdaten. Leider habe ich die Texte nicht vorliegen und kann somit nicht beurteilen, ob es sich bei "Great Mother: Holy Monster" um ein Konzeptalbum handelt. Fakt ist, dass alle Songs mit 'Son of...' beginnen. Die Vermutung liegt also nahe. Live müssen die Jungs der schiere Wahnsinn sein. Wer mit oben genannten Bands etwas anfangen kann und mit Hardcore nicht nur bis zur Unkenntlichkeit zusammenkomprimierte Gitarrensounds verbindet und schlichtweg Bock auf was Brutales hat, dass das Gaspedal am Auto beim Genuss von alleine um weitere 15° nach unten drückt - der sollte hier zuschlagen. Album-VÖ: 05.04.2013 (Photo courtesy of Bridge Nine Records)