(Universal) GHOSTs "Opus Eponymous" (jaja, die müssen sich jetzt ja GHOST B.C. nennen, wobei das B.C. still ist und nicht mitgesprochen wird) war wahrscheinlich die am meisten gespielte Platte 2011. Die Mischung aus Hardrock à la Blue Oyster Cult und klassischem Metal der Marke Mercyful Fate war einfach zu betörend, der Suchtfatkor zu hoch. Die Freude war groß, als im letzten Jahr die ersten News zum neuen Album eintrudelten. Bergab ging es, als die erste Single 'Secular Haze' vorgestellt wurde. Die Jahrmarkt-Sounds ließen mich doch arg zweifeln, ob es den Ghoulen und dem unheiligen Vater gelingen würde, den Level des Debüts zu halten. Nun weiss ich: ja, es ist ihnen gelungen. Und obendrein auch noch das Kunststück, nahtlos an den Vorgänger anzuknüpfen, ohne sich dabei zu wiederholen. Kleinere Kurskorrekturen quasi, die Marschrichtung ist aber immer noch klar: Hardrock mit leichtem Vintage-Flair, einer ordentlichen Dosis Pulp-Horror mit 60ies Schlagseite und unheiligen Lyrics, die von Papa Emeritus II (der aber genauso klingt wie Papa Emeritus I) zuckersüß ins Mikro gesäuselt werden. Gepriesen sei der Leibhaftige. "Infestissumam" gibt nicht nur den Titel des Albums, sondern auch den Opener. Chöre steigern sich zu einem Uptempo-Rocksong mit hübscher Gitarrenarbeit. 'Per Aspera Ad Inferi' kommt etwas ruppiger und bösartiger daher und könnte auch 1:1 auf "Opus Eponymous" gestanden haben. Der Chorus zwingt quasi zum Mitsingen. 'Secular Haze' hat mir als Vorabsingle gar nicht gefallen, im Albumkontext funktioniert der Song dann interessanterweise ganz gut. Selbst der Jahrmarkt-Shuffle stört nicht mehr allzusehr. 'Gigolo Har Megiddo' kommt arg groovig daher und bringt das GHOST-Konzept perfekt auf den Punkt: satanische Texte im zuckersüßen Rock/Pop-Gewand. Der Wolf im Schafspelz. 'Ghuleh/Zombie Queen' fällt mit seinem balladenhaften Anfang etwas aus dem Rahmen. Fast schon zu kitschig geht es los, bis dann doch wieder gerockt werden darf. 'Year Zero' beginnt mit hübschen Chören, die auch dem Soundtrack Das Omen gut gestanden hätten. Der Song selber ist die total Hymne. Mitsingquote 100%. Für mich der "Hit" und Höhepunkt des Albums. 'Body And Blood' erinnert mich ein wenig an 'Elisabeth', kommt aber nicht an dessen Klasse heran. 'Idolatrine' shuffelt und groovt mächtig über den Friedhof, das folgende 'Depth Of Satan's Eyes' ist dann kurz vor Schluss nochmals ein bösartiger Stampfer der schwereren Sorte. 'Monstrance Clock' beschliesst "Infestissumam", hier zeigen GHOST nochmals alle Facetten ihres Sounds auf. Mit "Opus Eponymous" sind GHOST vor fast drei Jahren quasi aus dem Nichts aufgetaucht. Diesen Bonus, den Hörer quasi völlig unvorbereitet zu treffen, haben sie nun natürlich nicht mehr. Trotzdem gelingt es GHOST, ein weiteres überragendes Album vorzulegen. Schon ein heisser Kandidat auf das Top-Album 2013. (Ich bin kurz davor die 6/6 zu zücken.) Album-VÖ: 19.04.2013 (Photo courtesy of Universal)