(Pelagic Records) Auf dem mittlerweile namhaften Label Pelagic Records erscheint am 22. April das Debutalbum der schwedischen Quasi-Band THE OLD WIND. Was gestandenen Doom-Verehrern und Hardcore- Neuzugängen bei "Feast On Your Gone" blüht? Hate. Destruktion. Und geballte Finsternis. Draußen herrscht Weltuntergangswetter? Alles perfekt also. Was diesem finsteren Doom-Core-Gemisch à la Rosetta nicht anzuhören ist: Mastermind und Ex-Breach-Mitglied Tomas Liljedahl hat alle sechs Tracks auf dem Album nicht nur selbst geschrieben, sondern auch komplett eingespielt. Das ist insofern ein Augenbrauenheber, weil der Sound schön satt und harmonisch klingt und auch an den einzelnen Instrumenten - besonders am Schlagzeug - Liljedahl eine gute Figur macht. Schon das Intro 'In Fields' schießt sofort ins Ohr und hakt sich mit seiner Gitarrenmelodie lange fest. Hier und in allen weiteren Songs brüllt er sich Nihilismus pur aus dem Leib, die Texte sind finster, die Riffs bleiern und so gnadenlos wie ein vom Himmel stürzendes Stahlamboss. Manchmal bricht eine der Gitarren aus und spielt eine kleine aufwärtsgehende Tonfolge, die ein bisschen schräg klingt und im Gesamtblick die Düsternis nachschwärzt. In 'Reign' holt er schließlich noch einmal alles aus sich raus und growlt und kotzt verbal das Mikro voll. Es geht um Hass, Besessenheit und Trauer, alles Gefühle, die für Tomas Liljedahl Antrieb zu diesem Album waren: "Diese Gedanken und Gefühle erzeugen Bilder, und diese Bilder schmieden Worte und Klänge". Zweifellos, man nimmt ihm jedes Wort davon ab. Vielleicht fehlte an mancher Stelle der Einfluss eines weiteren Musikers; da hätte zumindest auf dem melodischen Level mehr passieren können. Auch in der Lautstärke brettert er gern bis zur letzten Sekunde durch, ohne wirklich einen Spannungsbogen aufzubauen. So kommt spätestens nach dem vierten Song leise Monotonie auf. Um der Platte den gebürtigen Respekt zollen zu können, empfehle ich 'Feast On Your Gone' daher entweder in klein dosierten Häppchen oder, wenn man sich schon die ganze Platte geben will, in einem psychisch desolaten Zustand und bei zugezogenen Vorhängen. Da THE OLD WIND nicht nur reines Studioprodukt bleiben soll, hat sich Tomas Liljedahl für sein Tour-Line-up die Unterstützung von sowohl Ex-Breach-Gitarrist Niklas Quintana und Kristian Andersson (Bass), als auch Schlagzeuger Karl Daniel Liden gesichert. An der dritten Gitarre wird Robin Staps von Pelagic Records bzw. von der Berliner Kombo The Ocean das Live-Publikum beehren. Wie fett kann es eigentlich noch werden? Album-VÖ: 22.04.2013 (Photo by Lisa Liljedahl)