(Steamhammer / SPV) Es gibt nicht viele Bands, von denen ich wirklich Fan bin oder war. Type O Negative ist eine davon. Ich finde alle Alben super. Die krachigen Anfänge (ja, auch Carnivore), den Pop von "October Rust", die Mischung auf den späteren Alben. Alles hat seinen Platz im Gesamtwerk. Meine Erwartungen an die "Nachfolgeprojekte" Seventh Void und A PALE HORSE NAMED DEATH waren entsprechend groß. Auch wenn sie nicht vollends erfüllt wurden, so kam A PALE HORSE NAMED DEATH (bei mir) doch gut weg. Bandkopf Sal Abruscato rührte auf den frühen Type O Negative - sowie den Life Of Agony-Alben ordentlich die Kessel, weiss aber offensichtlich auch mit sechs Saiten umzugehen. Und wie man Songs schreibt. Der Sound klingt dabei wie ein düsterer (klar, wie auch sonst?) Mix aus Type O Negative und Alice In Chains. Dunkel, schwer, erdig. Die Melodien nicht ganz so eingängig wie bei der Casket Crew, die Arrangements nicht ganz so ausufernd, die Songs kompakter, die Sounds nicht mit ganz so vielen Flächen. Und insgesamt mit weniger Beatles. "Lay My Soul To Waste" schliesst relativ direkt an den Vorgänger an. Neben Herrn Abruscato war auch wieder Matt Brown (der ja wiederum auch bei Seventh Void mit im Boot ist) mit am Start. Freunde des Erstlings sollten also auch mit "Lay My Soul To Waste" gut zurecht kommen. Mein Eindruck ist allerdings recht zwiegespalten: auch nach mehrmaligen Durchläufen bleibt wenig hängen. Die Songs wirken irgendwie beliebig. Es zündet nicht, entwickelt keine Dynamik. Handwerklich (natürlich) gut gemacht, gut produziert … aber etwas leblos und austauschbar. Anspieltipps sind das schmissige 'Killer By Night' (das Anfangsriff!) und das sehr Type O-mäßige Epos 'Day Of The Storm'. Mein Fazit: Kein Überalbum, aber solide Kost. Album-VÖ: 24.05.2013 (Photo courtesy of Steamhammer/SPV)