(Okami Records/Rough Trade) GUITAR WOLF gehören sicherlich zu den bekannteren japanischen Rock-Bands. Bereits im Jahr 1987 gegründet, veröffentlichen sie ihren Garage Rock weltweit und touren dafür auch quer über die Kontinente. Nicht zuletzt wurden sie durch den japanischen Film Wild Zero, in dem sie sich selber spielen, auch in Deutschland sehr bekannt. Nach drei Jahren des Tourens steht nun mit "Beast Vibrator" der nächste Langspieler in den hiesigen Regalen. Schon der Titeltrack 'Beast Vibrator' macht klar, dass die Jungs ihrer Linie treu bleiben. Der Text ist primitiv und es wird geschrammelt, dass die Boxen nur noch am Vibrieren sind. Dass der Sound dabei alles andere als perfekt ist und wirklich so wirkt, als ob er ohne Bearbeitung auf die Scheibe gepresst wurde, ist natürlich gewollt und gibt perfektes Garage Rock Feeling wieder. Auch 'Mesopotamian Lonely' fährt dieses Konzept, bietet dabei aber mehr Gesang und ist herrlich übersteuert. Da sich an diesem Prinzip über das ganze Album nicht viel ändern wird, spare ich es mir diesmal, jeden Song einzeln zu besprechen und gehe lediglich auf ein paar Songs gesondert ein. So ist 'Robot Maria' in etwa so etwas wie eine GUITAR WOLF-Ballade. Gitarren und Drums sind etwas ruhiger und recht fröhlich und dazu Seijis komplett übersteuerte Stimme. Man muss sagen, dass das wirklich etwas Besonderes an sich hat. Auch mit 'Saphire CITY' liegt ein besonders guter Track vor, der einen in eine andere Zeit versetzt; so wird in der Mitte des Songs der Verstärker auf Maximum gedreht, dass der Sound nur so vor sich hin krächzt. 'EARTH vs. ALIEN' bietet wirklich knackige Rock-Klänge und tolle Gitarren-Soli und zeigt besonders gut, was GUITAR WOLFs Musik ausmacht. Zum Abschluss wird noch die 'Female Machine Gun' auf den geneigten Hörer abgefeuert und landet dabei ein paar ordentliche Treffer im Gehörgang. Guitar Wolf BandGUITAR WOLF sind sicherlich nicht jedermanns Sache, aber ein jeder Fan kann ohne zu zögern zugreifen, da sie absolut keine Experimente wagen und ihr Ding von vorne bis hinten durchziehen. Die Musik ist typischer klassischer Rock, wie man ihn heute gar nicht mehr so oft findet, nur halt im Garage Stil, also mit vielen Verzerrungen, Rauschen usw. Würden die Ramones noch ein Mikro vor den Verstärker stellen und japanisch singen, wären GUITAR WOLF definitiv das Ergebnis dieser Idee. Wer nun neugierig geworden ist, wird mit dem Album bestimmt seine Freude haben. Diese Band lebt übrigens den Rock ‘n’ Roll auch auf der Bühne noch aus. Ein GUITAR WOLF-Konzert stellt definitiv eine besondere Erfahrung dar, da wird zum Start ein Bier geext, mehrere Flaschen während des Auftritts zerstört und auf allem rumgeklettert, was die Bühne zu bieten hat. Die Anarchie der damaligen Rock-Bewegung lebt halt doch noch irgendwo weiter. Und wer das erleben will, wird diesen Sommer sogar die Chance dazu haben. Deswegen anbei noch die deutschen Tourdaten. 03.07.2013 München Feierwerk 04.07.2013 Cologne Tsunami Club 06.07.2013 Berlin White Trash Fast Food / Diamond Lounge 07.07.2013 Hamburg Knust Anspieltipps: 'Beast Vibrator', 'Robot Maria' Album-VÖ: 31.05.2013 (Pic courtesy of Okami Records)