(Rude Records) Am vergangenen Freitag erschien die vierte CD “Forever Halloween“ der Indie-Pop-Rocker THE MAINE aus Tempe, Arizona. Im Gegensatz zu den meisten aktuellen Alben haben sich die 5 Jungs für eine komplett analoge Aufnahme entschieden. Ich bin gespannt, ob sich diese Entscheidung positiv auswirkt. ’Take What You Can Carry’ ist der Opener-Track. Dieser beginnt recht verhalten mit einem Klatschbeat, welcher nach kurzer Zeit erst durch eine Orgel und die unnachahmliche Stimme von John O'Callaghan unterstützt wird. Schon dieser Song weiß sofort zu begeistern, die Hookline ist sofort abgespeichert und die Instrumentierung passt einfach perfekt dazu. Der zweite Song greift das Feeling sofort auf. Der Kopf ist unentwegt am Wippen. Hier wurde das altbewährte Stilmittel "reduzierte Strophe und voller Refrain" nahezu fehlerfrei umgesetzt. Der Song hat so genug Platz, um zu wirken. Und da aller guten Dinge drei sind, haut ’Run’ in die gleiche Kerbe. Die Stimme ist sehr präsent, wobei die Instrumente gekonnt das Ganze in ein Soundgewand hüllen, ohne dass es zu dünn oder schlaff klingt. “Forever Halloween“ legt einen fulminanten Start hin. Wie es sich für eine eher softere Rockband gehört, haben THE MAINE natürlich auch einige ruhigere Songs auf der CD. ’White Walls’ macht hier als vierter Song den Anfang auf der CD. Mit einer Klaviermelodie samt leichten Begleitinstrumenten und der Stimme von John O'Callaghan beginnt der Song, welcher sich bis zum Ende immer weiter steigert, um dann, mit für die CD doch schon recht verzerrten Gitarren, zu enden. Es folgt ’Happy’, welcher bereits im Voraus als Stream auf diversen Plattformen als Appetizer für diese CD herhalten musste. Dieser Song zeigt die Stärken der Band. Ein gutes straightes Songwriting. In unter drei Minuten wird fast alles abgehandelt was laut Rock'n'Roll-Bibel in einen Song gehört. Schnörkellos samt Solo geht die Melodie sofort ins Ohr. Es sind kaum Schwächen erkennbar. Mit ’Birthday In Los Angeles’ wird wieder der ruhigere Weg eingeschlagen. Auch hier dominiert die Stimme des Frontmannes. Zusätzlich findet sogar eine Ukulele sehr gelungen einen Platz. Für mich allerdings einer der schwächern Songs der Scheibe. ’Blood Red’ geht da wieder ne Spur zackiger zu Werk. Die Gitarren sind wieder angezerrt und treiben den Song voran. Der Refrain lädt von seinem Timing sofort zum Mitsingen und Mittanzen ein. Hier zeigen sich THE MAINE wieder von ihrer starken Seite. Etwas nachdenklicher, bedrückender beginnt der Song ’Kennedy Song’. Der Refrain bleibt in dieser Struktur, drängt sich aber sofort in die Richtung Ohrwurm. Eine stimmige Instrumentierung rundet diesen Song gekonnt ab. Beim nächsten Song wird nach Standard-Muster vorgegangen. Sprich, einem kraftvollen Chorus geht eine ruhige Strophe voraus, dieses wird mehrfach wiederholt samt Mittelpart und schon ist ein Song fertig. Das Muster lässt sich auch gut auf den folgenden Song umlegen – allerdings hat hier die Bridge schon leicht hymnenhaften Charakter. Zum Ende hin wird das Ganze mit einem Chor erweitert und ergänzt. Sauber gemacht. Es folgt der traurigste Song des Albums, ’These Four Words’. Dieser beschränkt sich ganz auf Klavier und Stimme. Dadurch gelingt es die Stimmung, die erzeugt werden soll, sofort auf den Hörer zu projizieren. Meiner Meinung nach der stärkste Song der CD, wenn auch kein repräsentativer. Die CD schließt mit dem Titeltrack ’Forever Halloween’, dieser ist mit über 5 Minuten Länge der längste Song der knapp 44 Minuten langen CD. Auch hier werden wieder zu Beginn reduzierte Instrumente mit der Stimme gemixt. Der Refrain ist etwas schwerfälliger und düster, sticht dadurch aber hervor und bleibt im Gedächtnis. Das Ende wird durch ein passendes Gitarrensolo abgerundet. Hier zeigt sich wieder die Stärke der Band für Melodie, Melodieführung und deren Wirkung. Der Wandel von der Emo-Pop-Punk-Band zur ernsthaften „Rock“-Band ist mit diesem Album abgeschlossen, Wobei sie doch eher im softeren Rockbereich zu Hause sind. Die Musik klingt grundsolide und ehrlich. Die Idee alles analog zu recorden war meiner Meinung nach die richtige. Der Sound ist passend und auf der Höhe der Zeit. Kritikpunkte gibt es allerdings auch. Das Album hat mir zu wenige Ecken. Vieles läuft beim ersten Hören einfach so durch und zündet erst spät oder gar nicht. Sonst gibt es kaum was zu mäkeln. Ich hoffe, die Jungs bald auf deutschen Bühnen zu sehen. Album-VÖ: 04.06.2013 (Photo courtesy of Rude Records)