(Raid Records) Als mich unser aller Stern von Hildesheim, Zosse, neulich fragte, ob ich Lust auf die Emil Bulls hätte, war ich zunächst überrascht. Es schien mir wohl irgendwie entgangen, dass die Jungs aus München etwas Neues auf den Markt bringen würden. Beim genauen Blick in die Infomail stand auch zunächst nichts von den Emil Bulls, sondern lediglich der Name B-TIGHT. Bei meiner verdutzten Nachfrage stellte sich dann aber heraus, dass die Bulls einen Rapper, eben diesen B-TIGHT, unterstützen und da ich ein Kind des Crossover bin, sagte ich zu. Warum wir allerdings erst jetzt in den „Genuss“ dieser Vereinigung kommen, wo diese Scheibe laut Amazon.de bereits im September 2012 erschien, bleibt mir schleierhaft. Kommen wir zurück zum Crossover. In den 1990ern haben mich nur wenige deutschsprachige Bands begeistert und lediglich Such A Surge aus Braunschweig hielten sich wacker über einige Jahre. Bands wie z.B. Bazzooka mit ihrer Snowboarder-Hymne blieben nur ein kurzer Hype. Was mir aber an den Braunschweigern (trotzdessen sie dort her kamen) gut gefiel, war die wenig ghettolastige Interpretation. Es gibt ja auch nichts schlimmeres, als fremdschämen. Kommen wir zum Wesentlichen. Das Album heisst „Drinne“ und schon zu früheren Zeiten der Spracherziehung war „Drinne“ ein absolutes Unwort. Mit dem Albumtitel und Gitarren geht es dann auch los. Es dauert allerdings nicht lange und ich steige von Boxen auf Kopfhörer um, damit ich bei meinen Nachbarn nicht ins Gerede komme. Der instrumentale Part ist hierbei weniger das Problem, als die prollige Attitüde des Gesangs. Wobei wir beim ersten Song noch nicht den Höhepunkt erreichen. ‚Wenn ich komme’ gehe ich lieber. Der Text ist peinlich und ich möchte in der Sofaritze versinken. Ich reiche meiner Frau kurz den Kopfhörer und muss mir auch noch ihre Häme geben. ‚Mary Jane’ ist dann kurzzeitig etwas erträglicher, aber eben nur kurz, denn als der Proll wieder loslegt, ist Schluss mit gut. Sterben möchte ich bei ‚Tittenmaus’. Schlecht, schlechter, peinlicher…..B-TIGHT. Ich würde jetzt hier ganz gerne abbrechen, aber der Song ‚Fame’ hat, B-TIGHT ausgeblendet, eine ziemlich coole Struktur. Und nun mache ich, was ich noch nie in meiner Zeit als Redakteur gemacht habe. Ich breche hier ab. Die restlichen Songs heissen: ‚Die Zeit heilt nichts’, ‚Sie verführt mich’ (einzig guter Song), ‚Schaumparty’ und die Titel der anderen hab ich beim Löschen von meinem iPad vergessen. Ich gebe hier null Blitze für B-TIGHT, zwei für die Emil Bulls und ziehe einen wieder ab, weil ich definitiv einige Zeit brauchen werde, um Christoph von Freydorf und seinen Mannen dieses Missgeschick zu verzeihen. Album-VÖ: 28.09.12 / Touredition: 14.06.2013 (Photo courtesy of Raid Records)