(Rise Records/Chunsaah Records/Cargo Records) In Zeiten, in denen das Rockbusiness von Genres dominiert wird, welche kaum noch zu definieren sind, werden alle buntgemischten Sounds gern gesehen. Dennoch schön, dass man mit einer Band, welche ihr Handwerk seit über zwanzig Jahren ausführt, ein Stück musikalische Bodenständigkeit vorliegen hat: Die BOUNCING SOULS. Mit ihrem 9. Studioalbum "Comet" legt diese für viele Punkbands wegweisende Band nun den Nachfolger des 2010 erschienenden "Ghosts On The Boardwalk" hin, welches in einen langen Pfad großer Fußstapfen treten soll. Um diesen gerecht zu werden, arbeiteten die vier Jungs aus New Jersey mit dem Descendents-Hühnen Bill Stevenson zusammen, welcher schon von Bands wir Rise Against oder NOFX in Anspruch genommen wurde. Gehen wir nun an die Auszählung des Ergebnisses. Wir betätigen die Abspieltaste und hören mit 'Baptized' genau dass, was man bei einer neuen Platte der Seelengemeinschaft hören will: simple, eingängige Punkakkorde, welche schon ohne die versetzt einsetzenden Drummings Spaß und Vorfreude auf ein Sommeralbum machen, zu dem man sich mit Freunden ein kühles Getränk am See einverleibt. Nachdem der Opener vorbeigeflogen ist, ertönt mit 'Fast Times' ein bisschen mehr Melodie und Bassführung in den Strophen, so dass eine gemütliche Zurücklehn-Stimmung aufkommt. 'Static' wird eher in ernstem Gewand vorgetragen, dadurch aber nicht weniger treibend. Das nachfolgende 'Coin Toss Girl' hätte ich mir auf dem Vorgängeralbum sowie auf einem beliebigen Alkaline Trio-Album vorstellen können. Erinnert sofort an die drei artverwandten Kollegen, gemütlicher Song, schön vorgetragen. Der Titeltrack 'Comet' kommt nachdenklich und ein wenig verträumt daher, baut sich schön auf und wird immer rockiger. Passend zur Auswahl des Albumtitels, welcher darauf hinweisen soll, dass jeden Moment ein Komet auf die Erde fallen könnte und man somit sein Leben in vollen Zügen leben sollte. Nachdem etwas tiefsinniger angesetzt wurde, wird diese Haltung aber auch ohne Gnade mit 'We Love Fun' platt gemacht. Zum Song selbst muss ich nicht mehr viel sagen, da er dem Titel entspricht. Zuckersüßer Schunkel-Punk. Die Auskopplung 'Infidel' geht gut nach vorne und hat einen ordentlichen Sing-Along-Refrain im Gepäck. Aber der Gedanke an Glenn Danzig lässt mich bei der Intonation von Sänger Greg Attonito einfach nicht mehr los. 'DFA' ist ein solider Punkrock-Song, nicht mehr, nicht weniger. Als bemerkenswert schöne Rockballade finden wir kurz vor Schluss 'In Sleep', bevor die Segel gesetzt werden und wir das Album im 'Ship In A Bottle' verlassen. Ein Höhepunkt und musikalisches I-Tüpfelchen auf Comet, welches gerne in Dauerschleife gehört werden kann, toller Song. Am Ende kann man nur noch sagen, dass das Jahr 2013 ein deutliches Zeichen der Szenegrößen Alkaline Trio, Face To Face und nun auch der BOUNCING SOULS ist, ein glasklares Statement abzugeben: Punkrock’s Not Dead! Album-VÖ: 28.06.2013 (Pic courtesy of Rise Records/Chunsaah Records/Cargo Records)