(Hassle Records/ Soulfood) Wir haben zwar erst Ende Juni, trotz dessen möchte der achte Monat des Jahres, der August, von uns in Form der Metalcore-Heroen AUGUST BURNS RED bewertet werden. Und dabei ging es bei der Namensgebung der Band aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania noch nicht einmal um den besagten Monat, sondern um die Ex des Sängers, die seinen Hund angezündet haben soll. Das Vieh soll eben Redd geheissen haben. Allerdings entpuppte sich später das Ganze lediglich als makabrer Scherz der lustigen Burschen und so war auch dieses Mysterium um den Bandnamen gelöst. Es gibt nämlich keins. Und nun möchte der Fünfer mit Output Nummer fünf einen weiteren Meilenstein in der Historie des Metalcore legen. Mir persönlich geht es mit den Amis ähnlich wie mit den Aussis von Parkway Drive. Die Songs hören sich, bis auf ein paar Ausnahmen, alle recht ähnlich an und so muss man beim Hören auf Neues und Abwechslungsreiches verzichten. Zumindest war das in der Vergangenheit so. Im Folgenden klären wir, ob sich der Hörer auch bei „Rescue & Restore“ auf Konstanz oder Wagemut einstellen kann. Mit ‚Provision’ geht es vertraut und druckvoll los. AUGUST BURNS RED drücken sofort aufs Tempo und so bekommen ihre Fans schon zu Beginn einen ordentlichen Einlauf verpasst. Verspielter wird es mit ‚Treatment’. Mathige Züge haben hier das Sagen, werden aber immer wieder aufgebrochen durch eingängige Leads im Chorus. Als Schmankerl und Ruhepunkt gibt es Banderas-artige Akustikläufe, die einen guten und passenden Kontrast bieten. ‚Spirit Breaker’ geht sehr smart los, sogar Streicher kommen zum Einsatz, werden aber sehr schnell und sehr hart unterbrochen. Das Tempo nimmt im Verlauf sogar teilweise mörderische Ausmaße an. Bei ‚Call It All As Lost’ wird es im Stil wieder etwas unruhiger. Zwar hat Drummer Matt Greiner auch hier schnell zu arbeiten, trotz dessen ist immer wieder ein Wechsel in der Dynamik zu vernehmen. Was unausgeglichene Hörer schnell nerven kann, mich aber seit der neuen Dillinger in Verzückung versetzt. Auch Jake Luhrs Gesang gefällt mir hier sehr gut. Wenn man bei ‚Sincerity’ genauer hinhört, kann man sogar mal ein paar melodische Vocals vernehmen. Aber auch sonst erlebt man Luhrs auf „Rescue & Restore“ abwechslungsreich wie nie.   Ein asiatisches klingendes Intro gibt es bei ‚Creative Captivity’ zu bestaunen. Die Midtemponummer ist mit einem coolen Rhythmus ausgestattet und lädt zum Bangen ein. Gesang gibt es hier allerdings nur wenig und sehr spät einsetzend, dafür aber sehr viele globale Einflüsse. So sind nicht nur besagte Momente aus Fernost, sondern auch Trompetenklänge mit mittelamerikanischen Wurzeln zu erkennen, die mich glatt an den Kultfilm „Blood in, Blood out“ zurück erinnern. Herrlich. In typische AUGUST BURNS RED-Manier führt uns ‚Fault Line’ zurück. Alte Werte wollen schließlich gepflegt werden. Angeschnallt für hohes Tempo samt coolem Melodieverlauf muss sich bei ‚Beauty In Tragedy’ werden. Aber auch hier wird die Geschwindigkeit häufig herunter gebrochen und hier sogar bis in einen Akustikpart samt klarem Statement im Gesang. Auch ‚Animals’ im Anschluß zeigt eine Entwicklung der Amis. Die Verläufe sind mathlastiger und bringen wieder ein wenig Unruhe in die Sache. Für cleane Gitarren haben AUGUST BURNS RED 2013 eine Menge übrig. Auch der vorletzte Song ‚Echoes’ startet ruhig, gibt aber dem Hörer nur kurze Momente des Schwelgens. Druckvoll und rythmisch geht es auch hier zur Sache und so kommen wir mit ‚The First Step’ zum guten Schluß. Und gut wird es auch hier wieder. AUGUST BURNS RED hauen noch einmal jegliche Emotionen in diese Nummer. Von harten Doublebass-Passagen bis hin zu Gitarrenfinessen, alles findet seinen Platz und so bekommt „Rescue & Restore“ seinen würdigen Abschluss. Ich hätte es nie für möglich gehalten AUGUST BURNS RED mal volle sechs Blitze zu geben, aber mit ihrem neuesten und bis dato abwechslungsreichsten Werk hat es sich der Fünfer mehr als verdient. Viele Überraschungen sind geboten und so lassen AUGUST BURNS RED in diesem Jahr die Aussis von Parkway Drive weit hinter sich Album-VÖ: 28.06.2013 (Photo courtesy of Hassle Records/ Soulfood)