(Razor&Tie/Soulfood) Um ehrlich zu sein, hat mich die Band ATTILA nie wirklich interessiert. Alle vier bisherigen Alben sind allesamt an mir vorbei gegangen, obwohl mit "Outlawed" anno 2011 das erfolgreichste Album der Amis sogar die Billboards stürmte. Lediglich der olle Hunne als Namensgeber war mir aus den Geschichtsbüchern bekannt. Als mir nun aber das neue Werk vom Chef  Zosse geschenkt wurde, habe ich mich nach erstmaligem Reinschnuppern doch entschieden, der Sache eine Chance zu geben und für euch zu reviewen. Das Ganze klang nämlich richtig interessant. Dass die Jungs aus Georgia Humor haben, bewiesen sie in der Vergangenheit häufiger. Und so geht es mit zünftigem Hip Hop bei 'Middle Fingers Up' los. Klingt lustig und wird mit ziemlicher Sicherheit ein Partyknaller. Die fetten Breakdowns und Growls sorgen indes für das richtige Deathcore-Feeling. 'Hellraiser' dagegen simuliert zielführend den typischen Sound der Band, zumindest nach dem kurzen Heavy Metal-Ausruf zu Beginn. Aber auch hier darf es an Abwechslung nicht fehlen und so werden die Vocals häufiger vom Growlen in cleanere Gefilde geführt. Rotzig und rockig wird’s mit 'Rageaholics'. Die Vocals von Chris Fronzak sind vorzüglich und haben es mir richtig angetan. 'Backtalk' wird wieder etwas härter, ohne allerdings seine Linie zu verlieren. Gangshouts und fette Hooks sind hier ebenso an der Tagesordnung, wie amtliche Leadpassagen und das alles unterstreicht ATTILA's Stil eindrucksvoll. Mit 'Leave A Message' gibt es ein kurzes und heftiges Telefonat, bevor der Hip Hop beim Titeltrack 'About That Life' wieder Einzug hält. Die Growls gehen im Verlauf des Songs sehr weit hinunter, werden aber von den fetten Sprechparts immer wieder abgelöst. 'Thug Life' macht im Anschluss genau da weiter und klingt nicht weniger fett. Habt ihr growlige Vocals schon einmal rappen gehört? Bitteschön! Danach erhöht 'Break Shit' das Tempo und verkommt so zur bis dato härtesten Nummer auf "About That Life". So kommen auch Oldschool-Fans von ATTILA auf ihre Kosten. Elektronisch und ruhiger kommt 'Gimmicks And Lies' daher und entpuppt sich als gekonnter Filler, bevor wir mit 'Callout' beim Song mit den dicksten Eiern landen. Es ist lange her, dass ich eine waschechte und mundgerechte Beatbox gehört habe und auch der Rest ist "fat as hell" and "back to kick your ass through your balls, bitch" (??!!). Aber bevor man sich endgültig im falschen Film wähnt, kommt mit 'Unforgivable' wieder ein wenig mehr Deathcore daher. Etwas roher und brutaler, als es bisher zu hören war und auch 'Shot For The Boys’ rammelt in dieses Loch. Ein kurzer Vocalpart erinnert dabei stark an Korn's Jonathan Davis. Aus welchem Klassiker allerdings dürft ihr selbst herausfinden. Gegen Ende der Scheibe scheint der Härtegrad konstant hoch zu bleiben, auch wenn 'Party With The Devil' einmal mehr interessante Elemente jenseits des Knüppels aus dem Sack pflegt. Mit 'The New Kings' schliesst sich der Kreis und noch einmal darf sich nach kurzem Elektoscharmützel die Fresse poliert werden. Einmal mehr ist das Tempo enorm hoch und wird immer wieder mit Sprechgesang-Passagen gespickt. Ich bin ehrlich gesagt sehr beeindruckt von ATTILA und habe mir nach diesem frischen Hörerlebnis den Vorgänger auch noch zugelegt. 6 fette Blitze sind für diese fetten Balls absolute Pflicht und wer sich mit Deathcore, Spaß und Hip Hop anfreunden kann, ist hier gut aufgehoben. Album-VÖ: 05.07.13 (Photo courtesy of Razor&Tie/ Soulfood)