(Victory Records) Wer hat sich nicht schon mal gefragt was der Unterschied zwischen der Hölle und dem eigenen Zuhause ist? Nun, wenn ich ehrlich bin, kam mir diese Frage bislang noch nicht in den Sinn. Nichtsdestotrotz beantworten COUNTERPARTS, wenn man dem Titel Glauben schenken darf, diese Frage mit ihrem am 23.07.2013 erscheinenden, mittlerweile dritten Album "The Difference Between Hell And Home". Ich weiß nicht warum, aber böse, stereotype Gedanken in mir lassen mich bei einem solchen Albumtitel sofort an ein Emo-Release denken. Da mir aber die vorangegangen Veröffentlichungen durchaus bekannt und präsent sind ("Prophets"/Verona Records/2010 und "The Current Will Carry Us"/Victory Records/2011) wusste ich natürlich, dass eine solche Einschätzung absolut hanebüchen ist. Dennoch muss ich auch gestehen, dass trotz mehrtägigen Dauerhörens die Message des Albums, in Bezug auf seinen Namen, nicht so richtig bei mir ankommen will.... aber nun ja.... gehen wir an dieser Stelle einfach mal davon aus, dass sich die fünf Jungs aus Ontario ihre Gedanken darüber gemacht haben und sich nicht einfach so einen "cool"-klingenden Albumtitel ausdenken wollten. Eine Sache hingegen muss man klar festhalten und hier lehne ich mich dann doch gerne wieder an den zuvor gescholtenen Albumtitel an: Die Platte, die das Musikantenquintett hier im Juli veröffentlicht, ist höllisch gut und jeder, der COUNTERPARTS anderen Veröffentlichungen bereits ein Ohr geschenkt hat, wird sich sofort zuhause fühlen. Sänger Brendan Murphy kommentierte das Album im Vorfeld wie folgt : "There was so much preparation, thought, hard work, whatever you want to call it put into this record. We spent more time on these songs than I can even remember, and we couldn't be happier with how it turned out. It's everything we've ever done so far, but better. If you give a shit about Counterparts, you will like this record." Und man kann ihm nur zustimmen. Das neue Album ist wie alles bereits dagewesene nur besser! In 11 Akten und insgesamt 37Minuten wird man hier in typischer COUNTERPARTS-Manier von oben bis unten angepisst und zwar auf einem so hohen Niveau, dass man am Ende eines Songs, in dieser einen Sekunde der Stille zwischen den Liedern, schon wieder voller Vorfreude auf den nächsten musikalischen Kinnhaken wartet. COUNTERPARTS haben sich deutlich weiterentwickelt und haben dabei auch nochmal einen Druck- und Knüppelgang hochgeschaltet. Einzige Ausnahme stellt hierbei der sechste Song der Platte 'Decay' dar, der ähnlich wie 'Reflections' auf dem Vorgängeralbum dem Hörer eine kleine Verschnaufpause bietet. Die Kanadier haben auf "The Difference Between Hell And Home" einfach ein gnadenlos gutes Gespür dafür wann der geneigte Hörer Bock auf die moshige Breakdown-Handbremse hat und wann es heißt, den Song mit treibendem Schlagzeug und melodiös tragenden Gitarren wieder auf Fahrt zu bringen. Dabei verfügt das ganze Album über sehr komplexe Songstrukturen, so dass die Jungspunde in einigen Songs mehr Ideen verbauen als andere Genrevertreter in ganzen Alben. Summa summarum muss ich sagen, dass COUNTERPARTS die Messlatte ganz schön hoch gehängt haben und dabei erfrischend authentisch sowie fernab jeglicher Trend-, Szene- und Poserscheiße bleiben. Die Platte dürfte für jeden Freund ehrlicher Musik definitiv eine der ganz starken Veröffentlichungen dieses Jahres sein! Wären da nicht noch Defeater, die ebenfalls im Juli ihr neues Album auf den Markt schmeißen, würde ich das dritte COUNTERPARTS-Machwerk sofort als Album des Monats ausrufen. Ach, wenn ich jetzt doch nur diesen Unterschied (oder zumindest den Zusammenhang..) zwischen der Hölle und dem Zuhause verstanden hätte, dann hätte ich vieleicht auch volle Punktzahl gegeben. Album-VÖ: 23.07.2013 (Pic courtesy of Victory Records)