(Nuclear Blast) Nuclear Blast Part 2! Das deutsche Vorzeigelabel hat mit THE DEFILED aus London, England einen weiteren jungen Spross unter Vertrag genommen und mit „Daggers“ gleich das zweite Studioalbum auf den Markt gebracht. In ihrer Heimat werden die Jungs bereits seit ihrem Debüt groß abgefeiert und im gleichen Atemzug mit While She Sleeps, Bury Tomorrow und Konsorten genannt. Auch ihre vergangenen Support Tätigkeiten unter anderem für Static X, Murderdolls oder Godsmack haben den Bekanntheitsgrad des Fünfers stetig steigen lassen. Auch diverse Festivals wie das Sonisphere oder das mächtige Download waren in vergangen Tagen nicht sicher vor den Industrial-Metallern. Mit „Daggers“ soll nun ein weiterer Schritt in Richtung Spitze gemacht werden. Mit 'Sleeper' und einem ordentlichen Stromstoss geht es los. Das filmreife Intro mündet sofort in das erste Riffgewitter. Mit einem ordentlichen Tempo machen THE DEFILED gleich klar, dass sie kein Interesse daran haben irgendwelche Gefangene zu machen. Nur der zwischenzeitliche, melodische Chorus lassen durchatmen. Der Elektoanteil wird bei 'Unspoken’ deutlich erhöht. Hier wirkt die Arbeit des Sampling wesentlich ziel führender, als noch beim Opener, allerdings spielt hier Tempo weniger eine Rolle, als der Transport von Melodie und Atmosphäre. Bei 'Saints and Sinners' hingegen kommen Rythmusliebhaber voll auf ihre Kosten. Zwar spielt der Chorus erneut in der Harmonieliga, dennoch ist hier der Taktstock die Hauptmahlzeit und so zeigen sich die Mannen um Sänger Stitch D von ihrer abwechslungsreichen Seite. 'As I Drown' bietet quasi die Zusammenfassung des bisher Gehörten. Rhythmus, Melodie und eine ordentliche Portion Groove mit kernigen Vocals spielen die Hauptrolle und der Chorus wird schnell zum Ohrwurm. Wer nun meint, bei dem Titel 'Porcelain' handelt es sich um etwas zart Zerbrechliches täuscht. Die Sampleregler werden wieder etwas hochgeschraubt und so erinnert diese Nummer ein wenig an die guten alten Ministry. Nahtlos geht es mit Tempo und 'New Approach' weiter. Die Stärken liegen bei THE DEFILED eindeutig im arrangieren von melodischen Momenten. Jeder Part wirkt hier wie großes Kino und nach dem Verinnerlichen kann so gut wie jeder Song des Albums mitgesungen werden. 'Fragments Of Hope' ist etwas schwerer und erinnert im Anfangsstadium kurzfristig ein wenig an Korn und im weiteren Verlauf sogar an die mächtigen Fear Factory, wohingegen der Gesang Richtung Ekotren tendiert, ohne allerdings Genannte ernsthaft zu kopieren. Aber bekanntlich macht es ja die Mischung. 'Infected' hingegen ist roh und rotzig. Einzig der durchgängige psychedelische Sample trennt diese Nummer ein wenig vom Ursprung der Gitarrenmusik. Wenn es einen Abend davor gibt, dann gibt es auch einen 'Morning After'. Ganz so verkatert wie eine durchzechte Nacht ist dieser Song allerdings nicht. Wobei dem Hörer bei den Arrangements ein wenig schwindelig werden könnte, denn die Vocals drehen einige lang gezogene Schleifen mit entsprechender Betonung. Runterkommen kann man mit 'Five Minutes'. Ein wenig wie von akustischer Gitarre begleiteter 80er Jahre Pop machte die vorletzte Nummer einen interessanten Eindruck und bietet den Kontrast zum restlichen Material auf „Daggers“. Last but not least ziehen wir uns mit 'No Place Like Home' von das Finale rein und hier werden noch einmal alle Energien von THE DEFILED bemüht, ohne allerdings den ganz großen Wurf zu landen, auch wenn der Chorus erneut gelungen ist. Als gelungen kann man den Zweitling der Londoner durchaus bezeichnen, ohne dass es mir bei "Daggers" allerdings die Schuhe ausgezogen hätte. Dafür habe ich dieses Jahr schon großartigere Outputs gehört. Trotzdem werden THE DEFILED ihre Fanbase nicht enttäuschen. Album-VÖ: 02.08.13 (Photo by Scott Chalmers)