(Heartwork / BMG) Die Butterbrote sind zurück! Was einst als Zweimann-Projekt begang, hat sich in den vergangenen Jahren zu einer nicht mehr weg zu denkenden Institution entwickelt. Mit Kinderlieder-Verwurstungen fingen sie an, mit Spaß und Spieltrieb machen sie weiter. Viel Live-Erfahrung im Headline- und Supportbereich haben sie und das musikalische Know How kann man ihnen sowieso nicht absprechen. Nun muss man sich natürlich immer diversen Vergleichen stellen, wenn man sich dem Metalcore in deutscher Sprache widmet, zumal nicht wirklich viele praktizierende Combos in der oberen Liga spielen. Nun wollen WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER mit „Goldkinder“ ihre Position behaupten und werden von uns mit Hartwurst belegt. Mit punkigen Gitarren geht es los. Stapfend und von wuchtiger Basedrum begleitet, macht Sänger Paul Bartzsch in 'Alles was ich will' gleich mal klar, in welche Richtung es geht. Midtempo und viel Rhythmus spielen die Hauptrolle in den ersten Minuten dieser Scheibe. ‚Meine Brille’ hat Atmosphäre und zwar eine ganze Menge davon. Hier spielen Elektronika eine gewichtige Rolle und der Übergang zum vorab veröffentlichten 'Pyroman & Astronaut' ist nahtlos. Hier werden die Vocals etwas mächtiger bzw. growliger im Abgang und der Härtegrad zieht merklich an, ohne allerdings den melodischen Faden zu verlieren. 'Ohne Herz' schreibt die Härte wieder etwas herunter und fällt vor allem durch seinen sphärisch wirkenden Chorus auf. Bei 'Super Heiss Ins Trommelfell' wird es anatomisch. Rotzige Punkrockröhre und tiefe Growls wechseln sich zu höherer Geschwindigkeit ab. 'Viva Mariposa' beginnt zart und droht schon fast zum Weichspüler zu werden, dann startet allerdings die gewohnte Core-igkeit doch noch durch. Viel Doublebass inklusive. Man merkt langsam, dass meine Songbeschreibungen kürzer werden. Liegt natürlich gleichwohl am gleich bleibenden Niveau, als auch fehlenden Neuentdeckungen pro Song. Bei 'Fall' wird es lyrisch. Im Sprechmodus werden hier sämtliche Ergüsse dem Publikum offeriert und das zu schwerem und behäbig wirkendem Instrumental. Um bei 'Mayday Mayday' wieder in Richtung Tempo zu gelangen, bedarf es schon einem stressigen Songtitel. Die Keyboardklänge sind wieder etwas dominanter und bestimmen das Bild zu einem coolen 80er Jahre-Vocalizer Sound. Einen guten Livehit könnte 'Makellos' darstellen. Ein wenig Rammstein-lastig klingt das Ganze und dürfte in den Hallen durch seine abwechlungsreiche Struktur punkten. Richtig hart tickt 'Das Uhrwerk'. Der bis Dato härteste Brocken auf „Goldkinder“ und auch mein erster Topfavorit. Noch einmal in das Jahrzehnt der wachsenden Popkultur geht es mit 'Krieg aus Gold'. Wären WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER in den 80ern nicht noch flüssig gewesen, man hätte sie dorthin sortiert. Unheil waberndes Intro zu 'Psycho' und ab geht die Gruselfahrt. Kurz vor Schluss geht es noch einmal ins Eingemachte. Bevor das 'Kind im Brunnen' ist und zum letzten Marsch bläst, kommen noch einmal die Stärken zur Melodie bei den Ostdeutschen durch. Westernlastiges Pfeifen lädt zur letzten Instanz ein und wenn das Balg schon mal drin liegt, schütten wir gleich noch mal ein wenig Wucht hinterher. Böse Growls und sweete Keys bringen einen guten Abschluss. „Goldkinder“ ist eine gute und hörenswerte Scheibe für alle Fans von Callejon, Eskimo Callboy und Konsorten. WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER werden mit diesem Output sicherlich eine gute Rolle spielen. Album-VÖ: 09.08.13