(Universal Music) Aller guten Dinge sind drei, das dachten sich auch die drei Londoner von WHITE LIES und veröffentlichten dieser Tage ihr nunmehr drittes Album "Big TV". Nach einem fulminanten Start im zarten Teenager-Alter, sind die Jungens nun zu Mitzwanzigern heran gereift und transportieren ihre bis dato gesammelten Weisheiten nun auf ihrer neuesten Schöpfung, die allen voran ein geradliniger Nachfolger der beiden Vorgänger "To Lose My Life" (2009) und "Ritual" (2011) ist. Verständlich, wer möchte sich schon die Krone als Sensation der britischen Post-Punk und Indierock-Szene so schnell wieder streitig machen lassen. Nun also "Big TV"; immer noch wie gewohnt düster und mystisch, oft distanziert wirkend, aber dennoch melodisch, ja fast hymnisch. Mal theatralisch und zugleich mit mitreißender pop-rockiger Untermalung wie in 'There Goes Our Love Again', dann wieder sehr synthie-lastig und unterkühlt wie in 'Big TV'. Aushängeschild der Truppe ist die Stimme von Sänger Harry McVeigh, die in typischer New Wave-Manier, kalt und düster daher kommt, eine gewisse Wärme jedoch nicht ganz abstreiten und sich von einer gewissen Verzweiflung tragen lässt. Dass Harry McVeigh (vocals), Charles Cave (bass) und Jack Brown (drums) sich immer wieder zu ihren Stücken von den Achtzigern inspirieren lassen, zeigt im Besonderen 'Mother Tongue'. Das pianolastige 'Changes' gewährt dem Hörer in der Mitte des Albums durch seine ruhigen Klänge eine kurze Verschnaufpause, bis es mit 'Be Your Man' wieder Richtung Tanzfläche geht. Spannend ist, dass die Jungs es immer wieder schaffen, einen nüchternen Start abzuliefern und die Lieder langsam immer stärker und treibender werden zu lassen. Auf ganzer Linie überzeugen kann das Album leider nicht. Partiell zu eintönig und unaufgeregt, der Hörer wird nicht befriedigt entlassen. Bleibt mit Spannung abzuwarten, ob die Zahl Vier den WHITE LIES mehr Glück bringt. Album-VÖ: 09.08.2013 (Photo courtesy of  Universal Music)