(AFM Records Soulfood) Die Heavy Rocker SOIL haben sich vor zwei Jahren mit Sänger und Gründungsmitglied Ryan McCombs zusammengetan und präsentieren nun ihr neustes Werk "Whole" seit der Wiedervereinigung, welches sich hörbar auf alte Tugenden besinnt und wieder deutlich stilistisch ihrem Durchbruchalbums "Scars" annähert. Das geht manchmal allerdings auch soweit, dass sich beispielsweise der zweite Track 'The Hate Song' stellenweise wie der Überhit 'Halo' vom besagten Zweitling anhört. Doch der Reihe nach: 1997 fanden sich SOIL in Chicago zusammen und gemeinsam zu musizieren. Nach Zwei EPs sorgte das selbst produzierte Independent Debüt "Throttle Junkies" für so großes Aufsehen in der Rockszene, dass das Label J Records die Band unter einen Major-Plattenvertrag nahm. Dieser Schritt zahlte sich für beide Parteien aus, denn mit der Veröffentlichung von "Scars" im Jahre 2001 und den im Rock Radio rauf und runter gespielten Singles 'Halo', und 'Unreal' stellte sich der kommerzielle Erfolg ein. Nachdem 2004 das Album mit der gleichnamigen Single 'Redefine' erschien, verabschiedete sich Shouter Ryan McCombs in Richtung Drowning Pool. Wirklich grün war man sich in beiden Lagern danach nicht mehr, was spätere gemeinsame Touren wohl aber anscheinend geändert haben, oder war es das liebe Geld, was den Ausschlag für die Rückkehr gab? Die musikalisch ähnlich gelagerten Drowning Pool haben kürzlich mit „Resilience“ ordentlich vorgelegt, doch steht "Whole" dem in nichts nach. Gleich der fette Groove Opener 'Loaded Gun' macht klar, wo es lang geht und auch der Rest des Materials hört sich an, als ob die Band kurz vor der Entladung stehen würde. Für den knackigen Rhythmus sorgt (Miet-?) Drummer Will Hunt, der sein Können schon bei Black Label Society, Evanescence und Device unter Beweis gestellt hat. Die Riffs sind ebenfalls sehr amtlich und so durchgängig aggressiv klangen SOIL auf ihre letzten beiden Longplayer beileibe nicht. Die Truppe hat hörbar zu ihren alten Stärken zurückgefunden. Einen kleinen Gastbeitrag gibt es auch in Form des Solos auf dem Track 'Wake up', das Klampfer Mike Mushok von Staind eingespielt hat. Im 16. Jahr der Band-Vita klingen SOIL so frisch und spielfreudig wie lange nicht mehr. Und auch abwechslungsreich, was unter anderem der Up Tempo-Brecher 'Psychopath' eindrucksvoll belegt. Unterm Strich präsentieren SOIL zwar nichts neues im New Rock-Segment, doch was sie hier vorlegen, tritt heftig Arsch, lässt die Fäuste ballen, Matte schütteln und mitgrölen. Die raue und doch melodische Stimme Ryans passt wunderbar zum Bandsound und der Sänger hat seine Bandbreite erweitert, streut er hier und da harmonische Zweistimmigkeiten und Chöre ein. Für den transparenten und druckvollen Klang der Platte enterte man das Studio von Produzenten-Legende Ulrich Wild (Static X, Pantera u.a.), der ganze Arbeit geleitest hat. "Whole" ist ein gutes Reunionsalbum, dem leider nach hinten hin etwas die Luft ausgeht! Beim nächsten Mal dürfen es aber sehr gerne mehr überraschende Momente sein 😉 Album-VÖ: 16.08.2013 (Photo courtesy of AFM Records)