(Redfield Records / Alive) Da gibt’s mal wieder ein bisschen was aus der niedersächsischen Heimat auf die Mütze. A TRAITOR LIKE JUDAS aus Peine Ost (auch Braunschweig genannt) schmeissen nach zwei Split-Scheiben, einer EP und drei bisherigen Alben nun mit "Guerilla Heart" ihr neustes Output ins Land. Aber natürlich sind die Mannen um Sänger Jasper nicht nur im zweitgrößten Bundesland eine gute Adresse, zahlreiche Touren und Festivals haben den Bekanntheitsgrad stetig steigen lassen. Diese ganzen Infos sind natürlich für die Nichtkenner der Jungs, denn TRAITOR gehören quasi zu unserem Hausinventar. Chef Zosse spielte gar jüngst im Video zu 'What Counts' mit. Freundeboni werden wir hier aber mit Sicherheit nicht verteilen, denn wer Scheiße macht, bekommt aufs Dach. Nach einem unheilschwangeren Intro kommen wir mit bereits erwähntem 'What Counts' zur Sache. Und natürlich gibt es hier gleich auf die Mütze, wenn auch etwas melodischer, als bisher von A TRAITOR LIKE JUDAS gewohnt. Melodic Hardcore trifft es wohl am ehesten, wobei wir die Schublade erst gar nicht aufmachen wollen nach dieser geilen Nummer. Denn 'Death Or Better Days' schreitet mit viel Gangbang wesentlich energischer voran, ohne allerdings in Hektik zu verfallen. Alles wirkt geordnet und wohl strukturiert. Wer Freundschaften der schnellen Sorte mag, der wird 'Friendships' lieben. Auf die Mütze gibt es hier reichlich und unterstützt vom Männer-Hardcore-Verein in den Backings, kommt das richtige Feeling auf. Gruselig ist der Beginn zu 'Dark Sunset', denn Samples mit Kinderstimmen und Streicher in der Kombi gibt es auch „Hinterm Kissen versteck“-Filmen. Der Rest der Nummer besticht durch Gas- und Bremstests und würde sicherlich ein gutes Livebild abgeben. 'Of Burying Kings And Burning Crowns' kommt ohne Spielereien aus und gibt auf die Ohren pur. Breakdowns, Gangshouts und ein wütender Jasper machen ordentlich Ansage. Die Instrumentalfraktion ist dabei aber immer erfreulich tight. Bei 'New Shores' gibt es im Anschluss den ordentlichen Konter, bevor es mit einem 'Interlude' aus Pianoklängen in die kurze Pause geht. Das neuste –Video heisst 'One Way Ticket' und folgt auf dem Fuße. Gut gewählt, denn dieser Song ist einer der besten des Albums. Schnell, roh, aggressiv und trotzdem zum Mitsingen oder Gröhlen geeignet. So wünscht sich das der Hardcore-Jünger. 'One In A Million' spricht eher die melodische Sprache und kommt dazu mit einem richtig coolen Groove daher. Dieser Braten hat auf jeden Fall ein wiedererkennbares Aroma. Wie ich jetzt auf Essen kam, weiß ich nicht, aber wer immer noch nicht satt ist, bekommt eine Extraportion mit dem kernigen 'Shape Of Light'. Wer den Titel 'Make This Happen' im Zusammenhang mit A TRAITOR LIKE JUDAS schon einmal gelesen hat, muss ein Kenner der Band sein, denn es ist ein Remake des Split CD-Songs mit Maintain. Einen halben Blitz ziehe ich den Jungs ab, da ich glaube, dass sie auf ihrer nächsten Scheibe in die Perfektion gehen werden. Sehr viel melodischer und von daher angenehmer gestaltet sich das Material auf "Guerilla Heart", ohne dass man auf bewährte Attribute verzichten musste. Dieser Spagat ist A TRAITOR LIKE JUDAS gelungen und ich hoffe Jasper hat mir eine von den Special Edition Boxen aufgehoben. Album-VÖ: 23.08.2013 (Photo courtesy of Redfield Records)