(BMG/Rough Trade) Die Schotten präsentieren uns mit "Later When The TV Turns To Static" ihr bislang drittes Album. Drei Platten und doch sind die Insulaner bei uns noch recht unbekannt im Vergleich zum Erfolg auf dem Eiland. In ihrer Heimat und ganz Großbritannien sind GLASVEGAS schon seit ihrem 2006er Debüt die von der heimischen Presse ernannten Retter des Rock. Der Hype wurde mit jeder Platte immer größer und mal sehen, wann dieser bis zu uns rüberschwappt und jeder meint, die Band schon seit Jahren zu hören als sie noch ein Geheimtipp war. Meiner einer hat sich bei Chefredakteur Zosse für die Rezension aufgrund der tollen ersten Single 'I’d Rather Be Dead' gemeldet. Die Klavierballade ging sofort unter die Haut, der eigenwillige Gesang von Frontmann James Allen fraß sich ins Kleinhirn und da mir die Gruppe bislang gänzlich unbekannt war, ging meine Erwartungshaltung wahrscheinlich in eine gänzlich andere Richtung. Das restliche Songmaterial ist sperriger und deutlich rockiger als das mir bekannte Stück und wollte anfangs so gar nicht ins Ohr gehen. Obwohl James Allen auch bei den restlichen Liedern sehr einzigartig intoniert, haben die Stücke durch den atmosphärischen Gitarrensound seines Bruders Rab Allen eine gewisse Nähe zu U2, was ein Song wie ’If’ ganz eindeutig belegt. Dieser geradlinige Rocker steht der Gruppe sehr gut zu Gesicht, die auf "Later When The TV Turns To Static" für meinen Geschmack zu oft auf die Bremse treten und auf Deibel komm raus episch klingen will, ohne das die meisten Refrains zunächst zünden wollen. Der Output braucht diverse Durchläufe, bis sich das Material allmählich erschließt und sich weitere Höhepunkte wie das ebenfalls Bono & Co mäßige 'Magazine', das balladeske 'Secret Truth' oder das ebenfalls sehr ruhige 'Choices' als wahre Kleinode herauskristallisieren. Was man GLASVEGAS aber etwas ankreiden muss, sind die fließenden und wenig überraschenden „Songaufbauten“. Die Arrangements sind geradlinig, oft ohne große Höhen und Tiefen, wie etwa der zaghafte Rocker 'Youngblood' oder auch der meiner Meinung schlecht gewählte Opener. Durch diesen “schwierigen“ Einstieg tut man sich zunächst schwer, GLASVEGAS zu lieben. Die Zuneigung muss sich erst auf den zweiten „Blick“ erschließen und steigert sich mit jeder Rotation. Und doch gefallen mir persönlich die ruhigeren Stücke deutlich besser als die “deftigeren“. Mehr davon beim vierten Mal oder es U2 gleichtun, wobei die auch nicht nur gute Songs auf ihren Alben hatten…! Album-VÖ: 06.09.2013 (Photo courtesy of  BMG Records)