(Bullet Records/Soulfood) Eigentlich halten wir es bei Gestromt mit unseren Rezis gerne aktuell, im Fall von FROM CONSTANT VISIONS machen wir da mal eine Ausnahme. Denn "Tristeria" wurde bereits im November 2012 dem Volk überreicht. Da wir aber stets das einheimische Musikgut unterstützen und es sich in diesem Fall auch lohnt, hat sich 2010 auf dem Vorgänger "Feast With The Beast" bereits gezeigt. „Noch ne Ami Combo im Papa Roach-Style“ dachte ich mir damals beim Video zu 'The Devil Knows Your Name'. Umso beeindruckter war ich dann, als ich von der deutschen Herkunft der Jungs erfuhr. Perfekt produzierter Sound und Style sprechen hier klar für sich. Nun aber genug geschleimt und ab zum Geschäft. Was mir auf dem 2010er Output ein wenig gefehlt hat, waren die harten Vocals. Als Kind des Metal- und Hardcore ist das mein Must Have. Nicht durchgehend, aber zumindest ab und an und genau das wird mir beim Titeltrack 'Tristeria' gleich serviert. Harte Shouts treffen auf coolen rotzig, maskulinen Cleangesang. Kein Emo, kein Gejaule, hier ist ein echter Kerl am Werk und Vergleiche mit Alexisonfire erschliessen sich gleich zu Beginn. Auch bei 'Searching The Firegoats' macht das Tempo die Musik und der Spaß geht in die zweite Runde. Der Cleangesang wird dabei immer variabler und erinnert hier und da an Brock Lindow von 36 Crazyfists, was natürlich nicht den Timbre, sondern eher den Abwechslungsreichtum angeht. Auch bei 'One Of Us' gerät Sänger Alex in den Fokus. Geht es noch rotziger? Ja es geht. Aber keine gute Musik ohne Instrumentalfraktion. Auch Amon (git), Chris (git), Benni (drums) und Michi (bass) verstehen etwas von ihrem Fach und besonders die Langäxte zeigen bei 'Deadend Kids' ihre Fingerfertigkeiten. Perfekte Fideleien zu treibendem Rhythmus und das Ganze druckvoll produziert. Die Geschwindigkeit nimmt bei 'Silver City' kurzzeitig zu, um sich dann komplett ins Midtempo zu begeben. Hier kann der Hörer mit geschlossenen Augen genießen, auch wenn noch ein paar Mitteilungen im Brüllformat spendiert werden. Der 'Tornado' wirbelt im Anschluss und das Tanzbein möchte sich durchaus dem Groove hingeben. Hail to the 'King' und einige Erinnerungen an die großartigen The Damned Things werden bei diesem Song wach. Bei 'Elbow Smasher' möchte man eigentlich nur die Faust oder die Devil Horns in die Höhe strecken. Heavy Metal as it s Best mit dem höchstmöglichen und modernen Anstrich. Auch 'In A Dark Place' schlägt in diese Kerbe, kommt aber noch ein Tick energischer rüber und der Chorus darf mitgesungen werden. 'We Ride A Palehorse' gibt den Balladenpart auf "Tristeria" und darf sich als gelungen bezeichnen. Der weibliche Gesang passt wie Arsch auf Eimer oder um der Dame gerechter zu werden, es klingt wunderbar. Aber nun Schluss mit Schmalz und zarten Klängen, denn 'Blood On My Wheels' verpasst uns den vorletzten Einlauf und FROM CONSTANT VISIONS laufen noch einmal auf Hochtouren. Denn 'We Could Be Giants' braucht am Ende noch einmal gebührenden Anlauf, um den entscheidenden Schlusspunkt zu setzen. Dieser war mir dieses Mal besonders wichtig, denn da ist einer Menge Bands in letzter Zeit die Luft ausgegangen. Aber FROM CONSTANT VISIONS bringen über die gesamte Dauer ihrer Scheibe "Tristeria" eine konstante Leistung ab und die neue Härte im Vocalbereich gefällt mir außerordentlich. Weiter so und beim nächsten Mal gibt es Full House. Album-VÖ: 02.11.2012 (Photo courtesy of Bullet Records/Soulfood)