(Hassle Records) Das amerikanische Modern Rock-Quartett THOUSAND FOOT KRUTCH veröffentlicht dieser Tage in unseren Breitengraden bereits ihr neuntes (!) Album. Ich muss gestehen, dass ich der Band sträflicherweise immer nur ein „halbes Ohr“ gegönnt habe und sie folglich an mir vorbeigerauscht ist. Erst jetzt durch die Beschäftigung mit "The End Is Where We Begin", ist mir bewusst geworden, dass ich da viel kurzweiligen, modernen Groove Rock verpasst habe. Damit es Euch nicht auch so geht, stellen wir hier den neuen Output ausführlich vor. Sänger Trevor McNevan gründete THOUSAND FOOT KRUTCH in seinem Heimatstädtchen Ontario im Jahr 1997, beeinflusst von Rap-Rock dieser Zeit wie etwa Limp Bizkit oder P.O.D.. Seine anfänglichen drei anderen Mitstreiter verließen ihn im Laufe der Bandgeschichte, so dass er mittlerweile das letzte verbleibende Gründungsmitglied ist. Das erste Album "That’s What People Do" wurde noch in Eigenregie aufgenommen, veröffentlicht und vertrieben. Im Jahr 2000 wurden aber die Plattenfirmen auf das Quartett und das musikalische Potential aufmerksam und so entstand 2001 mit "Set It Off" das Labeldebüt, das noch stark New Metal und Hip Hop beeinflusst war. Das Rappen machte aber schon auf dem Einstand beim christlichen Label Tooth & Nail nicht mehr den Bärenanteil aus und man wurde von Veröffentlichung zu Veröffentlichung immer eigenständiger und rockiger. Die Rap-Einlagen blieben aber dennoch ein fester Bestandteil des Bandsounds und so veröffentlichte man 2004 "Set It Off" sogar neu gemastert. Auf den folgenden vier Alben entwickelte sich der Bandsound immer weiter und 2009 folgte das Album "Welcome To The Masquerade", welches den großen Durchbruch in den USA bedeutete. 2012 zeigen sich THOUSAND FOOT KRUTCH mit "The End Is Where We Begin" auf dem kreativen Höhepunkt ihres Schaffens. Ein Jahr später schafft es die Langrille auch zu uns und nach einem stimmungsvollen Intro wird mit dem kernigen Midtempo Rocker 'We Are' mitreißend begonnen. 'Light Up The Sky' ist eine Verbeugung vor der eigenen Hip Hop-Vergangenheit und groovt in bester P.O.D.-Manier, mit eingängigem Chorus. Der Titeltrack macht es dem Opener gleich, stampft munter drauf los und fußt in einen Refrain mit toller Hookline. 'Let The Sparks Fly' ist schön böse und bleibt im gefälligen Wechselspiel aus Halftime und Time-Passagen. 'I Get Wicked' setzt den rockigen Reigen fort und liefert eine gerappte, Limp Bizkit-artige Strophe, gekrönt vom treibenden Refrain. 'Be Somebody' ist die unvermeidbare Ballade. Es folgt ein Zwischenspiel, das zusammen mit In- und Outro, die vom CD Player angezeigte Anzahl der Stücke von 15 auf 12 reduziert. 'Courtesy Call' beginnt mit einem interessant arrangiertem mehrstimmigen Gesangspart, um zu einem weiteren Rocker zu mutieren. Auch 'War Of Change' bietet einige überraschende mehrstimmige Einlagen und wütende Rap-Ausbrüche. So abwechslungsreich geht es bis zum Ende der Platte weiter, dass ich mir weitere Songbeschreibungen spare. Die letzten drei Stücke drosseln allerdings das Tempo und werden besinnlich. Wer Bands wie Pillar, Disciple, Red, frühe Linkin Park mag, der sollte mit THOUSAND FOOT KRUTCH glücklich werden. Die Herren erfinden das Rad zwar nicht neu und immer wieder gibt es Passagen, die man irgendwo schon einmal gehört hat, aber die Versatzstücke werden hier so interessant zusammengesetzt, dass kurzweilige Unterhaltung entsteht, nicht tiefgründig aber trotzdem mitreißend. Wer kein Freund von Balladen ist, kann bei den Gesamtpunkten einen halben Blitz abziehen. Ich werde mich für meinen Teil weiter durch den Backkatalog durcharbeiten. So viel kann ich schon verraten: Der direkte Vorgänger "Welcome To The Masquarade" steht dem neuesten Output fast in nichts nach und auch "The Flame In All Of Us" ist ein gelungenes Rockalbum. Weiter zurück muss man mit stark erhöhtem Rap-Anteil rechnen, der mir als altem Korn und Limp Bizkit-Jünger aber gut gefällt! ROCK’n’ROLL! Album-VÖ:  06.09.2013 (Photo courtesy of Hassle Records)