(Roadrunner Records) Zwei Jahre ist das letzte Album von THE DEVIL WEARS PRADA (ab jetzt abgekürzt) bereits her und mindestens genau so lange habe ich sie auch nicht mehr live gesehen. Deshalb war ich auch entzückt, sie im Lineup des diesjährigen Vainstream Rockfests zu sehen. Leider entstand durch den miesen Sound und die Tatsache, dass die Jungs bereits zu Beginn verheizt wurden, ein fader Beigeschmack. Auch einer der neuen Songs konnte mich nicht wirklich überzeugen und trotzdem wollte ich diese Review unbedingt schreiben. Harte Konkurrenz inklusive starker Scheiben sind 2013 bereits erschienen und so können wir gespannt sein, welchen Platz TDWP in diesem Reigen einnehmen werden. Los geht es auf "8:18" mit dem Song 'Gloom' und was soll man sagen, als hätten die Jungs meine Skepsis erahnt, legen sie gleich fulminant los. Nach kurzem, unheiligen Wabern der Elektronik brechen die Dämme. Es wird sofort klar, dass TDWP keine Radiokarriere anstreben und so ist der Druck aus den Boxen entsprechend groß. Zwar bewegen wir uns auch bei 'Rumors' im Midtempo, trotzdem ist der Punch gewaltig und bereits jetzt findet sich ein wenig Platz für den melodischen Gesang von Gitarrist Jeremy Depoyster. Der ist dann auch bei 'First Sight' wieder vertreten und auch wenn Keifonkel Mike Hranica hauptsächlich das Sagen hat, nähern wir uns dem Gleichgewicht. Gute Drum-Arbeit von Daniel Williams gibt es bei der Nummer namens 'War' zu bestaunen. Der Rest macht seinen Job gewohnt gut und sogar ein wenig Sphäre ist zu vernehmen. Die Titelnummer '8:18' erklärt sich beim Hören von selbst. Mike hat hier 'ne Menge zu schimpfen und steht klar durch den reduzierten Rest im Mittelpunkt. Ausgeglichene Rollen bei 'Sailor’s Prayer'. Im Kollektiv sind die Jungs aus Ohio sowieso am stärksten. Viel Melodie gibt es außerdem serviert und bis dato haben wir den stärksten Song des Albums in der Verwurstung. So darf es gerne weitergehen und unsere Wünsche werden erhört. Nach einem weiteren düsteren Elektro-Intermezzo, schalten wir 8:18 Gänge zurück und kommen bei 'Care More' erst gegen Mitte wieder in Fahrt, zumindest holt man etwas mehr Schwung aus dem Nacken, um dann doch bis zum Ende herunter gebremst zu werden. Das macht aber nichts, denn die Ruhe kommt vor dem Sturm und so brennt uns 'Martyrs' ein ordentliches Loch in den Moschmuskel. Zart geht anders und ist hier nicht erwünscht. Auch 'Black & Blue' möchte erst Elektro und den Marsch blasten. Der Gesang variiert mehr als bei den vorher gegangenen Nummern und ist ein richtig schweres Geschütz im Graben. 'Transgress' darf man zu Beginn mit geschlossenen Augen genießen, nach kurzer Zeit wird einem allerdings sehr schnell deutlich, dass man bei dieser steigenden Intensität dem Blowjob gerne mit vollem Blick nach unten beiwohnen möchte. Song Nummer 11 heisst dann auch so und 'Number Eleven' ist ein echt fieser Typ, der dich die ganze Zeit nur anbrüllt, bis seine Freundin gespielt von Jeremy Depoyster, eingreift und die Situation mit ihrem Können, ihrer Hand und Stimme entspannt. Und nun Schluß mit den Ferkeleien und ab mit 'Home For Grave' auf die Zielgerade. Es gibt nämlich zum vorletzten Mal Haue und das mit sehr viel Tempo feste drauf. Bei 'In Heart' wird es ebenfalls nicht besser, auch wenn der Titel eine Streicheleinheit versprechen könnte, ein letztes Mal gibt es Metalcore um die Ohren und dann ist Feierabend. Die Karriere von TDWP läuft gut und das wird sich auch mit der Scheibe "8:18" nicht ändern. Viele Überraschungen gibt es zwar nicht, aber hochwertig ist das Ganze natürlich trotzdem. Und Gott sei Dank haben sich meine Vermutungen nach dem Grottenauftritt nicht bewahrheitet. Album-VÖ: 13.09.2013 (Photo courtesy of Roadrunner Records)