(New Damage Records / Uncle M / Soulfood) THE FLATLINERS legen also mit ihrem vierten Album nach und viele haben sich sicherlich im Vorfeld gefragt, können sie auf den Vorgänger "Cavalcade" von 2010 noch eine Schippe drauflegen? Immerhin werkelten die Kanadier knapp vier Jahre an der Scheibe, so dass sich durchaus eine neue, wilde Kreativität vermuten lässt. In der Fanlandschaft der THE FLATLINERS kommt bestimmt derzeit viel Spannung und Euphorie auf, da diese auch gerade durch die Erdabschnitte touren und man mindestens 2-3 drei Stücke vom brandneuen Material von ihnen um die Ohren bekommt. Zudem bekamen wir durch die Split-EP mit Make Do And Mend auch schon einen vielversprechenden Vorgeschmack, welcher den Anhängern unter euch die Wartezeit ein wenig angenehmer gestalten sollte. Also kann das Timing gar nicht besser sein fürs neue Release, denn die Jungs sind offenbar noch für etwas länger on the road zu erwischen. Also hochgefahren das Ding und Ohren aufgesperrt! Nach kurzem Einführungsgeklimper rauschen sie in guter alter Manier nach vorne los, denn der opener 'Resuscitation Of The Year' erinnert wieder an andere Vollgasopener wie 'July, August Reno' oder 'The Calming Collection', daher zündet man das Ganze mit guter Laune. Hat man die ersten 6-7 Songs gehört, wird man doch etwas stutzig, denn wo ist die gewohnte kleine Verschnaufpause ,in der man seine Wasserpfeife mit Erdbeergeschmack zückt und den Ska- und Reggaehymnen der Band wie z. B. 'He Was A Jazzman' lauscht. Fehlanzeige! Bekommt man nämlich den Rest des Albums auch nicht, denn Chris Chresswell konzentriert seinen Schwerpunkt mehr auf seinen Gesang, welcher sehr facettenreich geworden ist und auf den gute Laune Punk, Jump und Rocksound, welcher diesmal das Konzept der Platte ist. Die Hardcore- und Ska-Passagen sind also nicht wirklich vorhanden, was dem Sound nicht schadet, jedoch das Ganze etwas weniger abwechslungsreicher gestaltet. Treibende Punk und Rocksongs sind hier die Devise, wie das großartige 'Drown In Blood', die melodische Mitsinghymne 'Birds Of England' oder das fröhliche 'Caskets Full', zu dem alle im Pit ausgelassen hüpfen können. Fazit: "Dead Language" ist irgendwo im The Menzingers, The Gaslight Anthem und frühere Good Riddance-Bereich anzusiedeln, denn da wo einst die Ska- und Psychedelic Hardcore-Experimente auf den Vorgängeralben stattfanden, hat man nun die Stellen einfach glatt gehobelt, jedoch mit Glanz und Gloria. Aus diesem Grund macht das Album auch Spaß, obwohl sich der ein oder andere bestimmt weitere Verspieltheit insgeheim gewünscht hätte. Um dann noch auf die oben genannte Frage einzugehen, „Nein“, "Dead Language" ist nicht unbedingt besser geworden, aber ein solides "hoch die Tassen"-Punkrockalbum, welches sich nicht verstecken muss. Da schlagen bei mir 4,5 Blitze ein! Album-VÖ: 13.09.2013 (Photo courtesy of New Damage Records)