An einem Freitag (06.09.2013) traf ich die Jungs von DEAF HAVANA zum zweiten Mal in einer Woche - dieses Mal ein wenig offizieller zum Interview! Getroffen habe ich die Jungs kurz vor ihrer zweiten Show im White Trash in Berlin, wo wir uns zwischen Bürgern und Bier über Berlin und vorwiegend das neue Album "Old Souls" unterhalten haben. Meine Gesprächspartner waren James (Vocals/Gitarre), Tom (Drums) und Matt (Backing Vocal/Gitarre). Also Jungs, ihr seid ja nun schon eine ganze Weile in der Stadt? Wie ist es euch denn hier bis jetzt ergangen? (gleich einmal wildes Durcheinander bei den Antworten, doch am Ende reden sie doch einer nach dem anderen) Matt: Uns gefällt es bis jetzt sehr gut hier! Wir haben schon einige Interviews hinter uns und haben am Dienstag hier im White Trash gespielt. Abgesehen davon haben wir die Abende meist hier verbracht. Ein sehr einladender Platz. James: Oh ja, die Bedienung hier ist auch wirklich ausgezeichnet. Da kommt man dann gerne wieder! Da sind wir uns ja auf jeden Fall einig! Aber reden wir stattdessen ein bisschen über euer neues Album. Ihr habt den Titel "Old Souls" ja schon vor einer ganzen Zeit bekannt gegeben. Was steckt denn hinter dem Titel? Tom: Während der Aufnahmen zu dem Album haben wir gleichzeitig eine Doku names „Englisch Hearts“ aufgenommen und unser Produzent hat uns irgendwann als junge Menschen mit alten Seelen beschrieben und irgendwie haben wir das dann übernommen. James: Genau. Zu der Zeit hatten wir noch keinen Titel für das Album, aber als wir das gehört haben, waren wir uns dann eigentlich auch ziemlich schnell darüber einig „Old Souls“ als Albumtitel zu benutzen. Ich finde auch, dass es ziemlich gut passt, wenn ich an die Songs auf der Platte denke. Von daher haben wir da eine sehr gute Entscheidung getroffen. Ihr als Band macht auf mich persönlich den Eindruck, dass ihr die Veröffentlichung des Albums kaum mehr erwarten könnt. Ist das der Fall und gibt es Songs, die ihr unbedingt unter die Leute bringen wollt? (wieder wildes Durcheinander, doch nennen die Jungs eindeutig den Song 'Caro Padre') James: Also wie du ja gerade gehört hast, ist 'Caro Padre' ein Song, den wir alle unbedingt gerne den Leuten zeigen wollen! Andererseits betrachte ich das Album eben als ein Album. Ich will damit sagen, dass wir so viel Zeit damit verbracht haben, die Songs sozusagen ineinander übergehen zu lassen und ich mag den Gedanken ein „Ganzes“ zu sehen. Wenn ich aber wirklich einen Titel rauspicken müsste, dann auf jeden Fall 'Caro Padre'. Um was geht es denn in dem Song bzw. allgemein in den Songs auf dem neuen Album und was hat euch am meisten inspiriert? James: Für mich habe ich festgestellt, dass es mir wenig bringt, über andere Leute zu schreiben, also schreibe ich über Freunde und Familie – das funktioniert für mich einfach am Besten. Inspiration und Einflüsse gab es eigentlich eine Menge … Foo Fighters, Nirvana, Bruce Springsteen! Eine gute Auswahl, wie ich finde! Kommen wir dann auch gleich mal zu einer Frage, die ich ganz gerne stelle: Habt ihr einen Song auf dem neuen Album, den ihr besonders gut findet oder der euch besonders viel bedeutet? Matt: Ich bringe dann an der Stelle gerne wieder 'Caro Padre' ins Gespräch. Ich finde den Song einfach perfekt. Das ist der letzte Song auf dem Album und ich liebe es, einfach ein Album zu hören, dass einen wirklich guten letzten Song hat und dieser ist für mich auf jeden Fall einer. Er trägt außerdem so viel Gefühl in sich und ist so anders als die anderen Songs. Das macht ihn für mich wirklich zu etwas Besonderem. James: Für mich ist es 'Saved', der achte Track auf dem Album. Es ist eine Art Country-Song und ich hätte nie gedacht, dass ich jemals etwas derartiges schreiben würde. Das ist für mich schon eine neue Erfahrung gewesen und deswegen fällt meine Wahl darauf. Tom: Für mich ist 'Everybody's Dancing And I Want To Die', da er textlich irgendwie lustig ist und ich finde es gut und erfrischend, dass James einen derartigen Song geschrieben hat. Ihr habt mir ja jetzt schon von ein paar neuen Facetten erzählt, die ihr auf dem Album ausprobiert habt. Gibt es da noch mehr zu sagen? Matt: Wir haben einen Soulsänger mit auf dem Album ... Tom: Außerdem benutzen wir Akustik-Gitarren ... James: Ja und außerdem haben wir einen Chor dabei und Banjos, Mandolinen. Eine ganze Menge also. Wir haben hier und da ein bisschen mit den Genres gespielt und das hat wirklich viel Spaß gemacht. Wir würdet ihr das Album als Gesamtpaket denn in ein paar kurzen Worten beschreiben? James: Erwachsener, ein bisschen mehr Mainstream vielleicht … Tom: Es klingt als Ganzes einfach sehr rund und das gefällt mir daran auch ziemlich gut. Anders auf jeden Fall. Braucht ihr zum Schreiben eurer Musik eine besondere Umgebung? Habt ihr es lieber ruhig? Irgendwas dergleichen? Matt: Ich brauche einfach ein ganz bestimmtes Gefühl oder bestimmte Gedanken im Kopf. Da kommen eigentlich viele Faktoren zusammen, aber dieses bestimmte Feeling muss einfach stimmen und dann kommt eigentlich alles ein bisschen von alleine oder vereinfacht die Sache in gewisser Weise. Wie seht ihr denn eure Entwicklung als Band über die Jahre? Ihr macht ja schon eine ganze Zeit Musik – was ist der größte Unterschied von Deaf Havana in 2013 im Vergleich zu 2010 oder vorher? James: Wir haben endlich gelernt gute Musik zu machen (lacht)! Ich meine, wir werden alle älter und man lernt sich selbst besser kennen und durch diesen Prozess haben wir eben auch gelernt, was wir eigentlich für Musik machen wollen und was uns dabei wichtig ist. Ansonsten haben wir ja auch ein paar Umbesetzungen innerhalb der Band hinter uns und das hat uns auf jeden Fall auch auf der ein oder anderen Ebene nach vorne gebracht. Okay, da euer Album nun fertig ist und ihr anscheinend sehr glücklich und zufrieden seid: Was habt ihr denn für den Rest des Jahres geplant? Viele Touren oder andere Termine? James: Im Oktober spielen wir auf jeden Fall wieder eine Tour in England. Ansonsten haben wir viele Signings geplant und würden eigentlich auch sehr gerne in Amerika spielen und natürlich wahnsinnig gerne wieder hier einige Konzerte spielen. Matt: Wir möchten auch definitiv sicher gehen, dass das Album von so vielen Menschen wir möglich gehört wird und dafür haben wir ansatzweise ja schon ganz gut gesorgt (grinst). Sehr gut. Dann wären wir soweit durch mit meinen Fragen. Habt ihr abschließend noch etwas zu sagen? James: Brüste! Und Katzen sind toll! Hoffentlich gefällt den Leuten unser neues Album … hört es euch an! Das wäre super. Matt: Danke für das Interesse. Tom: Kauft alle das neue Album. James: Und Entschuldigung, dass wir so dämlich sind (lacht)! (Photo by Tom Barnes)