(Steamhammer/SPV) In U.K. sind die vier jungen Metal-Heads von GLAMOUR OF THE KILL bereits sehr erfolgreich und werden als das nächste große Ding nach Bullet For My Valentine gehandelt. Neider und Nörgler schreien Hype und betiteln die Band als bloße Kopie der Letztgenannten! Man sollte sich aber vor Augen halten, dass in erster Linie die vielen Tourneen maßgeblich dazu beigetragen haben, die Band auf der Insel zu etablieren. Und wer live "suckt", gewinnt bekannter Maßen keinen Blumentopf im Rockbusiness. Europaweit waren die Jungspunde gerade erst als Papa Roach-Support unterwegs, was den Bekanntheitsgrad in unseren Breitengraden ebenfalls erhöht haben sollte. Dieser Tage wird nun das neue Album "Savages" veröffentlicht und man stellt sich die Frage, ob die Band ihre Live-Power auf Tonträger bannen kann? Eins dazu gleich vorweg genommen: GLAMOUR OF THE KILL rocken in bekannten Gewässern, machen nichts weltbewegend Neues und doch wissen sie durch gutes Songwriting, eingängige Hooks und eine fette Produktion zu überzeugen. Ihr Stil ist dem von Bullet For My Valentine nicht unähnlich und könnte dank 80er Jahre-Schlagseite als Metalcore Glam oder Metal Trash durchgehen, macht also dem Bandnamen alle Ehre. Gegründet wurde die Band 2007 in York und in diesem Jahr spielten sie auch ihre erste EP "Through The Dark They March" ein, ein "England only"-Release; über den Bandshop aber inzwischen auch "importierbar". Energiegeladene Gigs als Vorband von Darkest Hour, As I Lay Dying und anderen brachte dem Quartett vom Kerrang die Auszeichnung als "Best Unsigned Band" ein. Schon 2008 spielten sie folglich nicht nur auf den Kerrang Awards, sondern auch auf der Hauptbühne beim großen Download Festival im Donington Park. Die Jungs haben trotz modernen Anstrich ein 80 Jahre Metal Hardrock-Faible und da dürfen plakative Künstlernamen natürlich nicht fehlen: So besteht der Vierer aus Sänger und Bassist Davey Death, den Gitarristen Chris Carnage und Mike Massacre, die ebenfalls für Backings und Gebrüll zuständig sind, und nicht zu vergessen B. Brutal am Schlagzeug. Den Party Animals (laut Bandinfo) stand bei "Savages" Joey Sturgis als Produzent zur Seite, der schon mit Asking Alexandria zusammengearbeitet hat. Das neue Material klingt durchweg ausgereifter als der Vorgänger "The Summoning" aus dem Jahre 2011. Die vier jungen Burschen brennen ein Feuerwerk an Spielfreude ab. Die Songs rocken straight nach vorne los und haben fast alle schmissige Hooklines. Klar sind die Gitarren tiefer gestimmt, doch anstatt sich in angesagten Breakdowns zu verzetteln, brillieren hier viele doppelläufige Gitarrenmelodien, die in der Tradition von Größen wie Iron Maiden stehen. Gleich der stampfende Double Bass Opener 'Break' macht keine Gefangenen, wird aber von schnellen 'Second Chance' noch übertroffen. Mit 'Only One' geht es treibend weiter und hier blitzen die beschrieben Maiden-artigen Doppelläufe stimmig hervor. Gekrönt wird das Stück mit einem packenden Refrain. In 'Life For The Weekend' werden die Jungs ihrer Party Animals-Attitüde gerecht und überzeugen mit einem weiteren treibenden Banger. So geht es munter weiter bis der Speed Song 'Rescue Me' das Tempo anzieht und für die nötige Rhythmik-Abwechslung sorgt. 'A Beautiful Day To Die' wird hier nochmal als Anspieltipp für die tolle Gitarrenarbeit herausgepickt. Der einzige etwas ruhige Song des Album ist die Power Ballade 'Tears Of The Sun', das mit schönen Takt- und Stimmungswechseln spielt und so vom typischen Radio-Futter deutlich abhebt! 'Welcome To Hell' ist eine wunderbarer Rausschmeißer und legt noch mal einen Zahn zu. Klar, GLAMOUR OF THE KILL erfinden das Rad des Rock und Metal nicht neu, machen aber tierisch Spaß, wenn man sich drauf einlässt. Allein bei den platten Texten gibt es Abzüge in der B-Note. Dagegen stehen die coolen 80er Jahre-Einsprengsel und der Verzicht auf plakative Breakdowns und unnötige Balladen! Weiter so - nach dem Genuss von "Savages" hat man echt Bock auf ein Live Konzert der Truppe! Album-VÖ: 20.09.2013 (Photo courtesy of Steamhammer)