(Noizgate Records) Wo andere Bands an Besetzungswechseln scheitern oder sich gar auflösen, daraus haben die Postcore-Hopefulls aus der beschaulichen niedersächsischen Kleinstadt Alfeld eine hörbare Stärke entwickelt! 2012 trennte man sich nach dreijährigem Bestehen von Shouter Martin, der durch den Gitarristen Nils Besler ersetzt wurde. Dessen vakanten Job übernahm Tim Höhne, der sich sogleich am Songwriting beteiligte. Beim Jammen und Komponieren wurde die Ausrichtung des Materials grundlegend überdacht, denn die zurückliegende EP "The Alpha & Omega" bot zwar fett produzierten und elektronisch angereicherten Metalcore, doch stach man damit nicht aus der momentanen breiten Flut an ähnlich gelagerten Bands heraus. Das neue Werk "Follower" ist dem Verlangen geschuldet, aus diesem Kreis herauszustechen bzw. auszubrechen und etwas Neues auszuprobieren. Man wollte diesmal zudem einen ehrlichen, erdigen Sound erreichen und die aktuelle Platte klingt zu keinem Zeitpunkt steril, da man diesmal großflächig auf die durch Computer generierten Samples bei Schlagzeug und Gitarre verzichtete. Die größte Veränderung im Hause 5FT HIGH AND RISING ist aber wie bereits erwähnt die musikalische Ausrichtung. Ein großer Schritt wurde getan, weg vom typischen Metalcore, hin zum „ehrlicheren“ Post-Hardcore. Die über 80 Shows und Festivals in Deutschland, Holland und der Schweiz haben sich im Songwriting bemerkbar gemacht. Für „Follower“ schrieb der Fünfer songdienliche Arrangements und verzichtete größtenteils auf genretypische Breakdowns und aufdringlich hohen Clean-Gesang. Es zählt nicht mehr der Mosh-Moment, sondern Stücke mit Höhen und Tiefen, die den Hörer berühren und nicht bloß nur zum Slam-Dancen reizen. Dass "Follower" so anders klingt, daran haben neben den gelungenen Instrumentierungen vor allem die beiden Sänger den größten Anteil. Nils Besler shoutet variabler als sein Vorgänger und Schlagzeuger Felix Mansius hat hörbar an seinem melodischen Gesang gearbeitet, der noch abwechslungsreicher als auf der EP klingt. Er übernimmt zudem viel mehr Anteile, was den Songs sehr gut zu Gesicht steht! Produzent Florian Nowak, der schon bei der EP die Knöpfchen gedreht hat, auf die es ankommt, weiß hörbar voll und ganz, was er tut. Der ehemalige 5Bugs (R.I.P.) Gitarrist, hat schon seine damalige Hauptband bestens produziert (gäbe es einen Gott, würden die Jungs noch bestehen und neben den Beatsteaks und den Ärzten in einem Satz genannt, wenn es um die besten Live-Bands der Republik geht!). 5FT HIGH AND RISING zaubert er einen Abrissbirnen-Sound, wie er ihn auch schon in ähnlicher Form War From A Harlots Mouth verpasst hat, der aber bei den Alfeldern differenzierter und wärmer klingt! Die tanz- und moshbaren Grooves, gepaart mit vielschichtigen Riffs, wütenden Shouts und wunderbar emotionalen cleanen Gesangspassagen reißen mit und machen große Lust darauf, diesen Tornado einmal live zu erleben! Daumen hoch und Nackenmuskulatur trainieren, damit man keinen Krampf bekommt! 😉 Album-VÖ: 11.10.2013 (Photo courtesy of Noizgate Records)