(Invictus Music/Destroy / Alive) Mit "Take Courage" schmeißen die jungen Herren von THE FIRST dieser Tage ihr bereits zweites Album auf den Markt der Eitelkeiten. Das Debutalbum "Swimming With Sharks" aus dem Jahre 2010 ist (leider) nur eingefleischten Fans bekannt. Da ich mich in diesem Fall zu diesem Kreis zählen kann, war ich auf den Nachfolger mehr als gespannt, da der erste Silberling mit kraftvollem Melodic(Punk)Rock zu überzeugen wusste. Nach einem kurzen Gitarrenvorgeplänkel drückt der erste Song 'There's No Place Like Home' erst einmal den Muff aus den Lautsprechern!  Screams unterstützen die Instrumentalfraktion und geben dem Ganzen noch zusätzliches Pfund. Kurz danach setzt Sänger Benny Salter ein und bringt den Song weiter voran. Der Refrain wartet gleich mit Chören auf und verleitet sofort zum Mitsingen.Das Ganze wird noch zweimal wiederholt, durch einen Mittelpart etwas aufgelockert; zack, fertig ist der Opener-Track. Ein sehr gelungener Start, der Lust auf mehr macht, also auf zu Song 2. Dieser hört auf den Namen 'Take It Back' und wurde bereits vorab als Single samt Video vor 5 Monaten veröffentlicht. Somit hatte der geneigte und der noch zu überzeugende Fan genug Zeit, sich mit dem Sound der jungen Engländer auseinanderzusetzen. Die Gitarren braten hier gleich mal ne Spur härter los und bringen meinen Kopf bestätigend zum Wippen. Strophe, Bridge und Chorus sind nach allen Regeln der Kunst der modernen Rockmusik. Nicht wirklich innovativ, dafür funktioniert das Muster bei guter Ausführung immer, wie im hier vorliegenden Fall. Natürlich durfte dadurch auf ein Gitarrensolo nicht verzichtet werden, standesgemäß eingeleitet von einem durchladenden Schrotgewehr. Passt! Weiter geht's im Text. 'Dare I Say I Ruined Everything' setzt das beschriebene Erfolgsrezept nahtlos und erfolgreich fort. Der folgende Song 'Start Again' startet nach kraftvollem Intro in der Strophe ein wenig zahmer. Das lässt der Stimme mehr Platz und dem Hörer kurz Luft zum Durchatmen. Im Chorus dürfen, wie auch in den anderen Songs, die Crewshouts natürlich nicht fehlen. Zum Schluss hin dreht der Song dann noch mal merklich auf, was dem Ganzen noch etwas Pepp gibt. 'Monster' oder Song 5 der CD beginnt wieder mit krachenden Gitarren und Drums. Die Strophen werden instrumental etwas softer untermalt, dadurch brät es im Chorus um so doller. Diese Mischung geht mehr als auf. Die Füße sind unentwegt am Wippen und der ganze Oberkörper ist in Bewegung. Hier darf Gitarrist Tim Crane auch mal wieder mit ins Mikro schreien . Dadurch wirkt der der ganze Song eine  Spur rauer  und ungehemter als die 4 vorangegangenen. Songmäßig haben wir nun bereits mehr als die Hälfte durch unsere Ohrmuscheln pflügen lassen. Der Titeltrack 'Take Courage' ist vom Aufbau her bis zum Mittelteil quasi eine etwas zahmere Kopie von 'Monster' (ruhige Strophe gefolgt von krachendem Refrain). Ab da könnte der Song auch glatt aus der Feder von 30 Seconds To Mars kommen, wenn auch hier zum Schluss alles eine Spur rockiger und rotziger klingt. Schön sphärisch mit Chor beginnt bereits benannter Part. Viel anders klingt das bei den Herrn aus L.A. auch nicht. Kein Rockalbum kommt ohne Ballade aus! (Bzw. nur wenige.) 'Enough Is Never Enough' ist hier der Track, der diese Rolle einnimmt. Es klingt nach Lagerfeuer, erster Liebe und Frust. Die just aufgebaute Stimmung wird mit 'Shark Attack' sofort wieder umgeblasen, denn die Saitenfraktion drückt wieder amtlich aus den Boxen. So sollte Rockmusik anno 2013 klingen. 'William' schlägt in die gleiche Kerbe, wenn nicht sogar weitaus intensiver. Hier werden alle Register gezogen. Kraftvolle Riffs, drückende Drums, mitreißende Hookline (samt weiblichem Feature). Meines Erachtens der stärkste Song der Scheibe. 'Love Regret Forgive Forget' legt in Sachen Härte gleich ne ordentliche Schippe obenauf. Die haben Pfeffer im Arsch, denn es rockt selbigen des Hörers mehr als ordentlich. Die CD schließt mit dem Song 'Tonight Tonight'. Wie der Name schon vermuten lässt, werden hier leisere Töne angeschlagen, zu Beginn sogar nur die Tasten des Klaviers. Das Ganze steigert sich dann zu einer kraftvollen Ballade, welche mit verzerrten Gitarren ihr Ende findet. Es liegen 11 Songs und 42 Minuten hinter uns, und ich ziehe ein mehr als positives Resümee. Auch wenn sich, wie bereits beschreiben, die innovativen Elemente im Rahmen halten, ist ein CD-Durchlauf ein erfrischendes Erlebnis. Die Songs zünden alle durchweg gleich beim ersten Hören. Die Produktion kann sich mehr als sehen lassen. Hier kann jeder mal ein oder zwei Ohren riskieren, der auf krachenden (Punk)Rock anno 2013 steht. Ich hoffe, die Jungs bereisen in nächster Zeit auch Deutschland, da ich das Ganze gern live erleben möchte. Album-VÖ: 23.09.2013 (USA), 04.10.2013 (Germany) (Photo courtesy of Invictus Records)