(Roadrunner Records / Warner Music) TRIVIUM musizieren jetzt schon seit 2000 zusammen, bis auf „Neuzugang“ Stickschwinger Nick Augusto, der seit 2010 dabei ist. Die ersten beiden Alben sind dem Metalcore zuzurechnen, doch mit dem dritten Output "The Crussade" (2006) veränderte sich der Musikstil in Richtung Bay Area Thrash und der veränderte Gesang von Frontmann Matthew Heafy erinnerte frappierend an James Hetfield, wie auch einige der Gesangsmelodien durchaus auf Metallica-Alben Platz gefunden hätten. Mit "Shogun" (2009) verfeinerten TRIVIUM ihren Stil und entfernten sich wieder etwas vom Old School Thrash. Heafy löste sich stimmlich mehr und mehr von seinem „Vorbild“. Doch erst mit dem 2011 veröffentlichten "In Waves" hatte das Quartett seinen ureigenen Stil gefunden und Matthews Stimme die volle Reife erfahren. So schien es, denn auf dem sechsten Studioalbum mit Disturbed-Shouter David Draiman als Produzent, wurde die melodischere Seite der Band noch viel weiter in den Vordergrund befördert, was den Arrangements deutlich gut getan hat. So ist "Vengeance Falls" das bis dato abwechslungsreichste, eigenständigste und beste Werk der amerikanischen Metal Boys! Man nahm sich hörbar den überirdischen Titeltrack des Vorgängers zum Vorbild und hat dessen Trademarks als Blaupause genommen: Der melodische Gesang steht nun im Mittelpunkt, Growls werden deutlich reduziert und gezielter eingesetzt. Auf den Vorgänger-Alben klangen viele, der in erster Linie gegrunzten, Lieder generisch und austauschbar. Nunmehr ist nahezu jedes Stück ein Unikat, hat sein eigenes Flair, individuelle einprägsame Gesangslinien und packende Hooklines. Das Drumming ist durch Herrn Augusto um ein Vielfaches technischer und variabler geworden, was den Kompositionen sehr viel mehr Drive verpasst. Die Riffs sind dagegen etwas simpler ausgefallen, doch besitzen sie nach wie vor eine ungezügelte Power, die sofort zum Kopfnicken animiert! Der Opener 'Brave The Storm' ist ein wunderbarer Anspieltipp für die gesamte Platte. Er besitzt die rhythmische Finesse eines 'In Waves', ein aufpeitschendes Riffing, harmonischen Clean-Gesang und eine Hookline, die sich tief im Langzeitgedächtnis einnistet. Dezente Growls an den richtigen Stellen erhöhen die Aggressivität und sind ein wunderbarer Counterpart zu den Harmonien. Dieses Prinzips bedienen sich die meisten Stücke, ohne dabei wie nach einem 08/15-Muster gestrickt zu wirken. Dank differenzierter Gitarrenarbeit, tighter Rhythmusgruppe und einprägsamem Gesang wird dieses Mal fast jedes Stück zu einem Hit. Wer weitere Anspieltipps braucht, hört einfach irgendein Stück auf diesem Ausnahmewerk an. Egal, ob das mitreißende Titelstück 'Vengeance Falls' oder die schnelle Abrissbirne 'No Way To Heal', die wieder mehr mit Gebrüll kokettiert, diesmal ist kein Füller auszumachen! Soli-Fetischisten kommen auf diesem Album auch auf ihre Kosten, denn die Gitarristen liefern sich manches spannendes Duell. Die Special Edition bietet übrigens zwei tolle Bonussongs, die Highspeed-Eigenkomposition 'As I Am Exploding' und das Misfits-Cover 'Skulls'! Wer jetzt noch zögert, verpasst DIE (bislang) Metal Platte 2013! Album-VÖ: 11.10.2013 (Photo courtesy of Roadrunner Records / Warner Music)