(Universal) Puh, was sich erstmal verheissungsvoll anhört und große Erwartungen schürt, fühlt sich in der Nachbetrachtung irgendwie unfertig und enttäuschend an. Ich kann auch alle Hellacopters und/oder Backyard Babies-Fans vorwarnen, dass diese Rezension kein kritikloses Abfeiern wird, sondern evtl. als Warnung verstanden werden sollte...DREGEN zockt auf seinem selbstbetitelten Album mit 'Divisions Of Me' ziemlich geil los und man fühlt sich an die gute alte Schweden-GlamourMetal-Phase mit Punkattitüde erinnert, welche DREGEN mit seiner Beteiligung an oben genannten Bands stilprägend mitgestaltet hat. Auch der Nachfolgesong 'Just Like That' ist zwar relativ einfach im Aufbau konzipiert, hat aber einen schönen Mitgröhlfaktor und ist oberer Durchschnitt im NewSchoolHairMetal (NSHM). 'Flat Tyre On A Muddy Road' wiederum ist ein BluesRocker, der mit dem Sprechgesang (kein HipHop!!!) den Coolnessfaktor auf hohem Niveau hebt, die Bilder im Kopf zeigen verstaubte Präriestraßen, einen alten Pick-Up mit DREGEN am Steuer, Cowboyhut und Kippe dürfen bei diesem Klischee natürlich auch nicht fehlen.... 🙂 'Gig Pig' und 'Pink Hearse' sind Fingerübungen, die zwar riffbeladen daherkommen, auch im oberen Midtempo-Bereich angesiedelt sind und ein gewisses Maß an Schweinerock durchschimmern lassen, allerdings bleiben sie ziemlich blass und vermitteln einem das Gefühl von Lückenfüllern. Eigentlich gehts auch so weiter, da 'Bad Situation' und 'One Man Army' ähnlich nach Schema F aufgebaut sind und man sich einfach nur wünscht, dass es Backyard Babies und The Hellacopters nochmal schaffen, eine Reunion anzuberaumen, damit die prinzipiell guten Songideen im eingespielten Bandgefüge dreifach so geil knallen und dieser dumpfe "Proberaum-Effekt" neutralisiert wird. Keine Ahnung was Herrn DREGEN bei '6:10' geritten hat, aber dieser unausgerorene Mix/Mist aus Alice Cooper-Vocals und der musikalischen Umsetzung eines Marilyn Manson Demo-Songs, ist es noch nicht mal wert, als zweite B-Seite verbraten zu werden - man muss auch nicht alles veröffentlichen. dregen-dregen-4858Vorliegendes Album wurde übrigens selbstproduziert und DREGEN hat Unterstützung von Danko Jones und ehemaligen The Wannadies Musikern bekommen. Erklärte Selbstverpflichtung und Zielvereinbarung war es "wie kann ich (DREGEN) den Vibe von Kiss, Slayer den Beastie Boys und Miles Davis in einer Platte zusammenfügen?" - es sind leider nicht die "besten Songs" die der mittelalte Herr "je geschrieben oder aufgenommen" hat und auch wenn Nicke Anderson an den Drums sitzt, bleibt der Hellacopters-Style leider aus. Auch der vorletzte Song 'Refuse' bleibt eine durchschnittliche Fingerübung in Sachen Rock und zieht keinerlei Interesse nach sich. Mit 'Mojo's Gone' gibt es ein versöhnliches Ende, weil hier die Tugenden alter Tage nochmal über 3 Minuten voll ausgespielt werden, schöne UpTempo Nummer, dreckig hingerotzt....auch hier ein nervendes aber zu verschmerzendes Klischee: ein Outro, welches einfach zusammengeschustert wirkt, sinnlos und ideenlos daherkommt. Um es auf den Punkt zu bringen: Eine EP mit 4 Songs maximal wäre völlig ausreichend gewesen und hätte eine gute Note verdient gehabt, leider sind 40% HighLevel zu wenig, um mehr als 2,5 Blitze zu gewähren (wobei die ehemalige Heldenverehrung schon eingerechnet ist). Schade! Album-VÖ: 27.09.2013 (Photo courtesy of Universal)