(Basick Records) Die 2009 in Melbourne, Australien, gegründeten CIRCLES konnten schon 2011 mit ihrer ersten Veröffentlichung, der EP "The Compass" sowohl im Prog Metal-Bereich als auch der Djent-Szene für Aufsehen sorgen. Jetzt veröffentlichen sie ihren ersten „Langspieler“ und toppen das famose Erstlingswerk in allen Bereichen. Für diejenigen, die beim Begriff Djent mit der Stirn runzeln: Erfunden haben diesen Stil Meshuggah, genauer gesagt, deren Mastermind Frederik Thordendal, der den Begriff erstmals Ende der 90er für seine Gitarren-Anschlagtechnik nutzte und damit einen kreativen Trend lostrat. Seit 2000 firmieren nun immer mehr Bands unter diesem Namen. Zu den ersten stilprägenden Gruppen gehören unter anderem Periphery, Tesseract, Uneven Structure, Textures und Skyharbor, um die wichtigsten zu nennen. Für nicht wenige liegt die Zukunft des modernen Metals im Djent. Gleichzeitig wird sich innerhalb und außerhalb der Szene darüber gestritten, ob Djent überhaupt ein eigenes Genre darstellt. Uns/mir ist das herzlich egal. Egal, ob wie man den Stil von CIRCLES nennt, Fakt ist die enorme Bandbreite der Einflüsse, die vom Jazz über Metalcore, Progressive bis Death, Rock bis Hardrock reichen. Schon die EP zeigte die enorme Musikalität der Australier, die jetzt aber noch mal eine gehörige Schippe Abwechslung und Stil-Offenheit draufpacken. Die abenteuerliche Reise durch den bunten Soundkosmos beginnt mit einem sphärischen, folkloristisch angehauchten Intro, dass in den packenden Opener 'On My Way' übergeht, der rhythmisch zwar im Meshuggah-Fahrwasser schwimmt, aber darüber viele progressive Anleihen besitzt und sich gesanglich allerdings in ganz eigenen Sphären befindet. Circles2013aDie stimmliche Glanzleistung hält über die gesamte Spielzeit an. Frontmann Peter Hammill ist ein Phänomen, selbst in der Djent-Szene, die über viele hervorragende Sänger verfügt. Für den Mann scheint es keine Grenzen zu geben. Wo man schon, ob der Performance eines Howard Jones (Ex Killswitch Engage) ins Schwärmen kommt, da muss man hier einen Kniefall machen, so wandlungsreich ist das Organ des jungen Shouters, der mal wie ein Opernsänger intoniert, um im nächste Moment zu Grunzen, als ob er zum Neandertaler mutiert sei. Doch auch für den Rest seiner Mitstreiter scheint es keine Konventionen und Grenzen zu geben. Eben noch wird gedroschen, als wenn es eine tollwütige Meute Wölfe abzuwehren gelte, und im nächsten Moment lammfromm zu jazzen. CIRCLES kennen kaum Limitierungen und das ist hoffentlich kein Nachteil, denn man muss schon sehr offen sein, um dieses Gesamtkunstwerk zu verstehen und zu lieben. Die Auseinandersetzung damit lohnt allerdings und erst mit der Zeit wird das Gesamtkonzept ersichtlich - ganz wie in der modernen Kunst! Album-VÖ: 14.10.2013 (Photo courtesy of Basick Records)