(Eigenvertrieb/Digital) Herrschaften, die Geschichte um "Common Courtesy" war wirklich turbulent! In der Hauptrolle das aus Ocala, Florida stammende Metalpopcore Quintett  A DAY TO REMEMBER um Jeremy Mc Kinnon & Co, welche einen steinigen Weg bis zum Eigenrelease auf digitaler Ebene am 08.10.2013 einschlagen mussten. Der Fanbase ging es bestimmt nicht anders, da nach einem Countdown im Oktober 2012 schon die erste geballte Single 'Violence (Enough Is Enough') hervorschoss, welche geradezu zum Dauerbangen einlud. Es waren immerhin schon fast drei Jahre ins Land gegangen, seit ihrem Vorgänger "What Separates Me From You" von 2010 und alles schrie nach neuen ohrenbetäubenden Breakdowns der Jungs. Doch alles stagnierte irgendwie, weil man von ihnen erst im März 2013 eine Meldung über Fortschritte beim Tracking erhielt. Doch A DAY TO REMEMBER ließen sich nicht lumpen und kündigten zunächst eine US-Tour unter dem Motto 'Right Back At It Again' an, welches zur Freude aller Beteiligten tatsächlich ein weiteres neues Stück war, dass mit der erstgenannten Single 'Violence' auch hier in Europa live die Runde machte. Dann ging es los. Ein Zeppelin flog am Himmel vorbei mit einem angeblichen Release-Termin, welcher jedoch ständig von Medien in Frage gestellt wurde, aufgrund von Gerüchten dass Victory Records mit der Band nicht konform ginge. Wie man es aber von den Jungs kennt, verloren diese nie ihren Humor. Ganz im Gegenteil nämlich, da im September eine selbstgedrehte fünfteilige Comedy-Reihe mit dem Namen, und jetzt ratet mal wie die heißt :P, „Common Courtesy The Series" angekündigt wurde und 1 x pro Woche gingen die Episoden über den Screen. Das Ganze, ein sehr fragwürdiger Humor mit einem Vorspann und einer schäbig produzierten Titelmusik, welche eher an eine damalige Alf oder Al Bundy Folge erinnerte. Der Nonsense hatte Hochsaison, als man das Rapvideo 'Golden Eagle' veröffentlichte. Amüsant war es schon, doch es machte auch ein wenig Angst...naja lange Rede kurzer Sinn, es ging doch tatsächlich noch vor Gericht, aber mit Happy End und das Material erblickte endlich das Licht der Welt. So, Tag der Wahrheit, mal sehen was die Jungs da fabriziert hatten. Ein Opener der Spitzenklasse mit einem befreiendem „ fuck yeah“ dröhnte mir aus der Box entgegen, ein mitreißender cleaner midtempo Punkrockbeat über ihre 'City Of Ocala', ihrem Heimatsort. Natürlich finden sich auch die beiden oben genannten Singles endlich in hörbarer Qualität im Laufe der Playlist wieder. Weiter in der Songanalyse findet sich das unglaubliche 'Dead And Buried', welches mit Jerrys genialen Growls, Breakdowns und zudem mit einem unfassbar guten clean Chorus das Ganze noch einmal unterstreicht! Was für eine Dampframme, garantiert eines der Highlights. Wie schon erwähnt, kann der Frontentertainer Jeremy fantastisch singen, was er dann auch bei ihrer Akustikballade 'I'm Already Gone' wieder einmal mit Bravour beweist, so dass die Rufe nach einem Soloprojekt in naher Zukunft lauter werden. Hier wird also mehrgleisig gefahren, mal der laut scheppernde Metalsong, mal die Klimperballade, mal der melodische Rocksong oder auch die Rockballade wie 'I Surrender' etc. Gegen Ende der Platte reißt man nochmal alle Häuser, Bäume und Zäune nieder, mit 'Life Lesson Learned The Hard Way' und 'The Document Speaks For Itself' spielt man vielleicht etwas auf die Differenzen zwischen ihnen und ihrem Ex-Label an? Aber ganz bestimmt! Fazit: A DAY TO REMEMBER mussten in den letzten Jahren einiges einstecken und genau das findet sich auf dem Album vertont wieder. Es ist das persönlichste Werk ever geworden, man betrachte nur die zuletzt genannten Songtitel oder auch ihr Ocala-Song sowie den Schlusstrack der Scheibe 'I Remember'. Das Pop Mosh-Konzept geht wieder total auf wie bei all Ihren Vorgängern, denn Fakt ist, sie sind einzigartig und kaum mit anderen Kapellen zu vergleichen. Der eine mag Parkway Drive oder The Ghost Inside, der andere aber lieber New Found Glory oder Yellowcard und genau dazwischen bewegt sich "Common Courtesy". So Freunde und schneller als die Victory-Polizei erlaubt, setzen A DAY TO REMEMBER noch einen drauf und verkünden ein rasend schnelles Re-Release am 25.11.2013. Es handelt sich um die frisch gepresste physische Version des Albums mit sagenhaften 3 Bonustracks, welche ihr dann in eurem Punkrock Tante Emma Laden um die Ecke dann auch käuflich erwerben oder bestellen könnt. Ein starkes Album der Jungs wie ich finde, obwohl eine Rockbalade weniger und dafür noch ein Extraknüppler ideal gewesen wären, deshalb nicht ganz on top, aber fast! Das flasht mich mit 5,5 Blitzen Album-VÖ: 08.10.2013 (digital), 25.11.2013