(Republic/Universal Music) Eine der wandlungsfähigsten Bands der Rockszene, die Wurzeln klar im shoutigen lautschnellen Punkrock, die Metamorphose zur Emo/Screamo-Combo, bis hin zum melancholischen Depri-Rock mit Syntipop-Rinflüssen der 80er Jahre, veröffentlicht nach einer längeren Schaffenspause nun ihren neuen Longplayer. " Burials" heißt das gute Stück und ist der Nachfolger ihres Albums von 2009, "Crash Love"' welches für mich eine Art Schlüsselalbum darstellte, in welche Richtung sich ihr Sound in Zukunft entwickelt. Das Markenzeichen des Sängers und Songwriters von AFI, Davey Havok, ist seine unverkennbare hohe Stimme, sowie die dunkel angehauchte Atmosphäre, die sich einheitlich durch jedes Album zieht. Ihr Schaffen wurde auch zeitweise als Horrorpunk bezeichnet, woran sich auch später Bands wie z. B. Aiden musikalisch orientiert haben. Somit gelten AFI doch als eines der Zugpferde im Business und sind somit kein unbeschriebenes Blatt, da die Jungs immer noch die alten Werte des Straight Edge-Daseins vertreten und leben und trotz des musikalischen Gegensatzes immer wieder gerne mit ihren alten Kollegen von Sick of it All, Anti-Flag oder The Offspring durch die Gegend touren. Kennt ihr diese seltsamen Introsongs? Halb Song, halb Intro, meines Erachtens nach völlig überflüssig, denn so beginnt "Burials" und man ist froh, wenn man sich dem eigentlichen Beginn der Platte, nämlich Track 2, 'I Hope You Suffer', zuwenden kann. Ein energiegeladener Song, welcher wieder teilweise an den Stil von "Sing The Sorrow" von 2003 erinnert, denn hier bringt Havok mal wieder ein wenig mehr Agressivität hinein, wie davor schon lange nicht mehr, was bedauerlicherweise auch damit zu tun hatte, dass seine Stimmbänder leider nicht, wie bei hauptberuflichen Schreihälsen, aus Stahl sind und er sich somit einer Operation unterziehen musste. Die Schreieinlagen von Davey standen der Band meiner Meinung nach immer sehr gut zu Gesicht, daher ist es schade, dass man sich in dieser Hinsicht schon seit längerem etwas zurückhält. afi-burials-5060Die Scheibe geht ja noch weiter und zwar mit tollen Songs wie 'A Deep Slo Panic' , '17 Crimes' oder auch 'Greater Than 84', welche mit tragischen, hoffnungsvollen und mitreißenden Melodien absolut punkten können, da AFI geradezu ein Händchen für diese kleinen zuckersüß-melancholischen Hymnen haben und die ein oder andere befindet sich zwischendurch immer mal wieder auf ihren Werken. Dazu kommen jedoch auch wieder weitere Songexperimente mit einigen Elektro-, Alternative- und leicht Gothrock-artigen Stücken wie z.B. 'The Conductor' und andere gute und weniger gut gelungene Songs, die man dann so im Laufe der Platte zu hören bekommt. Fazit: Diesmal erfinden AFI sich und das Rad nicht gerade neu, da das Ganze irgendwie wie schon einmal gehört wirkt und somit das Gewohnte aus ihrem Repertoire vorgetragen wird. Was man an dieser Stelle eben sagen kann, ist, dass das Songmaterial an einigen Stellen halt reine Geschmackssache ist und somit neutral zu betrachten wäre. Auf der anderen Seite wiederum hat die CD auch eine Hand voll makelloser Songs zu bieten und man könnte sich bestimmt später noch an ein oder zwei andere Tracks gewöhnen, wenn man ihnen eine Chance gibt. A Fire Inside findet bei mir nicht so ganz statt, denn die Funken reichen hier nur für 3.5 Blitze Album-VÖ: 18.10.2013 (Photo courtesy of  Republic/Universal Music)