Die IMPERICON NEVER SAY DIE! TOUR rollt auch in diesem Jahr wieder quer durch Europa und machte am 13.10.2013 auch in Berlin einen Zwischenstop. EMMURE gehen nicht zum ersten mal mit auf diese Tour: 2013 sind sie nun als Headliner dabei! CARNIFEX ersetzten Miss May I, dazu gesellen sich I KILLED THE PROM QUEEN und BETRAYING THE MARTYRS. Das diesjährige Line-Up wird durch HUNDREDTH, NORTHLANE und HAND OF MERCY abgerundet. Etwa 30 Minuten vor Einlass steht vor dem Astra in Berlin eine gut gefüllte Menschenschlange, die sich jedoch im Kulturhaus selbst ein wenig verläuft, sodass das Ganze sehr übersichtlich bleibt. Viele vertreiben sich anfangs die Zeit am Merch, während andere es vorziehen, sich gleich einen Platz in den ersten Reihen zu sichern. Den Auftakt des Abend machen etwa gegen 18:45 Uhr HAND OF MERCY, die sich vom noch ziemlich leeren Zuschauerraum nicht irritieren lassen und ohne falsche Zurückhaltung loslegen. Persönlich hatte ich bis zu diesem Abend ebenfalls sehr wenig mit der Band am Hut, doch die Band begeistert mich von der ersten Sekunde an. Nach dem ersten Song folgt eine Begrüßung seitens der Band und auch weiterhin präsentieren sie sich ohne übertriebenes Gepose und liefern dabei eine super Show – spätestens bei 'Rumble In The Grundle' kommt auch im sporadisch vorhandenen Publikum sehr viel mehr Stimmung auf! Ähnlich gut ging zudem 'Last Lights' ab. Nach nicht einmal ganz 25 Minuten verabschiedet man sich dann schon – leider. Diese Band sollte man sich bei Gelegenheit auf jeden Fall öfter ansehen! Nach einer erfreulich kurzen Umbaupause betreten NORTHLANE die Bühne und man hat sofort das Gefühl, dass ein Großteil der Leute sich schon wahnsinnig auf diese Jungs gefreut hat, was durch mächtigen Applaus unterstützt wird. In die ersten Reihen drängen sich deutlich mehr Leute, um dem kommenden Spektakel näher zu sein und schon geht es angenehm brachial los, das Publikum erwacht und die Stimmung ist gleich sehr viel ausgelassener. Die Band lässt die Erde mit Songs wie 'Genesis' und 'Dispossession' ordentlich beben und begeistern das Publikum. Leider hat die Band zwischenzeitlich technische Probleme, sodass sie uns Anwesenden mitteilen müssen, dass sie nun einen Part der Setlist wegfallen lassen müssen. Vocalist Adrian lässt es sich jedoch nicht nehmen, mit den Leuten zu feiern und so singt er vorne an der Absperrung mit begeisterten Fans ein paar Textzeilen. Mit 'Quantum Flux' beenden sie ihr Set und verlassen die Bühne. Die Leute verlangen nach einer Zugabe, allerdings bleiben die Rufe leider unerfüllt – leider herrscht ja ein straffer Zeitplan – jedoch haben die Jungs eine schnelle Rückkehr nach Europa versprochen. Der Konzertraum ist mittlerweile etwas mehr als zur Hälfte gefüllt und nach einer erneut sehr knappen Umbaupause geht es im Programm mit HUNDREDTH weiter. Was habe ich mich gefreut, diese Jungs wieder live zu sehen! Mit 'Weathered Town' eröffnet die Band mehr als knackig ihren Auftritt. Neben einigen Stücken aus der aktuellen "Revolt"-EP bringen die Jungs eine gute Mischung aus neuen und älteren Stücken, mit dabei (und meiner Meinung nach eines der Highlights) ist 'Carry On', dass das Publikum regelrecht zum Mitmachen zwingt und für ausgelassene Stimmung sorgt. Leider präsentiert sich die Band an diesem Abend etwas wortkarg und so kommt nicht die Art Stimmung auf, die ich zuvor bei deren Konzerten erleben durfte. Nach etwa 30 Minuten und einer technisch wunderbar gut gelungenen Show verabschieden sich die Jungs auch schon wieder von der Bühne. BETRAYING THE MARTYRS sind für mich zu einer Band geworden, die ich mir ganz gerne live ansehe, von daher hatte ich mich auf den Auftritt gefreut, nur leider begann dieser gleich zu Anfang mit technischen Problemen: Totalausfall am Keyboard. Weiterhin fällt auf, dass wenig bis kaum Gitarrensound an die Ohren dringt und den Einsatz von Baptiste Vigier und Lucas d'Angelo eher nach einem Stummfilm aussehen lässt. Genannte Probleme traten während der Spielzeit mal mehr und mal weniger auf, aber insgesamt empfand ich diese Achterbahnfahrt doch eher als störend, sodass die Show bei mir nicht den erwarteten Anklang finden konnte. Die Playlist (oder das, was man am Ende durch fehlende musikalische Untermalung noch davon „raushören“ konnte) ließ eingefleischte Fans aber trotzdem ihren Spaß haben. Mit dabei waren auf jeden Fall 'Life Is Precious', 'Love Lust' und 'Because Of You'. Nun ja, BTM, vielleicht macht ihr es beim nächsten Mal wieder besser … Bedauerlicherweise schleichen sich die technischen Probleme ebenfalls bei I KILLED THE PROM QUEEN ein, allerdings nicht so sehr wie bei vorangegangener Band und die Kurve geht wieder nach oben! Die Leute gehen  bei 'Your Shirt Would Look Better With A Columbian Neck-Tie' gleich gut mit und die Kurve des Abend geht doch wieder in die Höhe! Zwar erfinden die Jungs das Rad an diesem Abend auch nicht mehr neu, sondern ziehen eher ihre Show durch und erzählen zwischendurch immer mal wieder vom kommenden Album und präsentieren daraus auch den Song 'To The Wolves'. Das solide Set wird mit 'Sharks In Your Mouth' beendet und die Menschen warten nun auf CARNIFEX. Zum ersten Mal am Abend sieht die Halle angemessen gefüllt aus und die Band, die eine einjährige Pause hinter sich hat, scheint die Menschen aus ihren Löchern gelockt zu haben. CARNIFEX gehören eher weniger zu meinem persönlichen Geschmack, was aber nicht heißt, dass sie live nicht überzeugen konnten! Technisch präsentieren sie sich auf höchst anspruchsvollem Niveau und die Fans gehen mehr als ausgelassen mit. Songs wie 'Die Without Hope' und 'Hell Chose Me' bringen das Publikum ordentlich in Bewegung und auch die Rufe nach einer Zugabe bleiben nicht aus; bleiben jedoch, wie zuvor am Abend, unbeantwortet. Es steht einem nun also die letzte Umbaupause bevor. Abermals fallen Umbau und Soundcheck angenehm kurz aus, die Bühne verdunkelt sich und man kann vage erkennen, dass EMMURE die Bühne betreten. Die Scheinwerfer gehen wieder an und mit '4 Poisons 3 Words' eröffnen die Finalisten die letzte Runde des Abends. Die nun doch wieder etwas leerer gewordene Halle verwandelt sich gleich in einen dynamischen Moshpit und das Publikum hat ordentlich Spaß. Songs wie 'I Thought You Met Telly And Turned Me Into Casper' und 'Drug Dealer Friend' werden euphorisch abgefeiert und auf Grund der Setlist mangelt es die ganze Zeit über definitiv nicht an Moshpit-Action.  Nach 'MDMA' verabschieden sich die Jungs, doch die Masse denkt sich: „Das kanns noch nicht gewesen sein“ und verlangt nach einer Zugabe. Lange lässt die Band sich nicht bitten und man bekommt 'When Keeping It Real Goes Wrong' vor den Latz geknallt. Dann ist aber auch wirklich Schluss und ein energiegeladener, sympathischer Auftritt markiert das Ende des Konzertabends. Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass es einige Höhen und Tiefen gab; bei mancher Band hier und da Probleme, die nicht hätten sein müssen, bzw. hätten behoben werden können/sollen. Irgendwie fehlte dem Abend das gewisse Etwas, das Gesamtbild irgendwie zu durchwachsen. Das Konzert verließ ich aber trotz allem nicht unzufrieden, denn es kann eben nicht jeder Gig von Anfang bis Ende genial sein – manche Abende sind dann einfach mal "nur Durchschnitt". (Emmure live by Johannes Thor Täuber - INSDT Hamburg 2013)