(Sony Music) Als ich vor einigen Monaten hörte, dass statt dem geschassten Scott Weiland der neue Sänger Chester Bennington der Mainstream-Pop-Rocker Linkin Park sein wird, dachte ich mir auch, dass es vielleicht einfach mal besser wäre, die Segel zu streichen und unter neuen Namen seiner angestauten Kreativität freien Lauf zu lassen. Hat ja bei Velvet Revolver auch zeitweise funktioniert (wobei sich der Kreis bzgl. Scott Weiland schließt). Aber trotz null Erwartung, muss ich sagen, dass mich die neue EP der STONE TEMPLE PILOTS zumindest streckenweise berührt. Gleich der erste Song 'Out Of Time' hätte gut auf ein frühes STONE TEMPLE PILOTS Album gepasst (nämlich "Tiny Music") und wäre dort eines der Highlights gewesen. Schöner Oldschool-Alternative-Rocker mit Glam-Nuancen. Und hier fällt erstmalig auf, dass Chester Bennington ein wirklich guter Rocksänger ist, was er bei seiner Hauptband leider immer mehr vermissen lässt - evtl. ist das auch ein Grund, dass diese Konstellation überhaupt zustande kam, als die DeLeo-Brüder bei Chester angefragt haben - es bleiben Vermutungen. Als 'Black Heart' aus den Boxen schallte, war meine erste Assoziation: Oasis!! Wie die Briten in ihrer rockigen Frühphase geht es hier mit einer Prise Britpop und fetten Gitarrenwänden Richtung Hit. Natürlich bestätigt und verstärkt der Gesang diesen Höreindruck, da es klingt, als wenn einer der Gallagher-Brüder auch noch bei den STONE TEMPLE PILOTS angeheuert hätte. image006'Same On The Inside' erinnert im besten Sinne an die Zeit, als Bands wie Oleander, Collective Soul oder Puddle Of Mudd fast wöchentlich als das nächste große Ding im Alternative Rock-Sektor hochgejubelt wurden. Nostalgie im positiven Sinne und zur Halbzeit der "High Rise EP" muss man konstatieren, dass die niedrigen Erwartungen, die man an vorliegende Veröffentlichung hatte, komplett neutralisiert worden sind, da es bis hierher eine wahre Freude ist, diesen irgendwie stereotypen aber trotzdem frischen Songs ein Ohr zu leihen. Mit 'Cry Cry' wird die zuvor aufgebaute Euphorie zwar etwas gedämpft, da hier der Prototyp eines Füllersongs vollends erfüllt wird (belangsloser Aufbau, null Überraschung, lieblos), aber mit 'Tomorrow' folgt ein weiterer veritabler Mid-Tempo-Stomper, der in der heutigen Zeit altbacken wirkt, aber gerade dadurch extrem gewinnt, da man sowas einfach vermisst. Um es zusammenzufassen: die Chemie zwischen dem angeheuerten Chester Bennington und der Stammbelegschaft STONE TEMPLE PILOTS stimmt überraschenderweise ziemlich gut und harmoniert auch für die Fans der Band. Ein guter Gastsänger (?), 4 wirklich tolle Rocksongs plus einem Komplettausfall.....macht nach Adam Riese 4 Blitze inkl. Donnerschlag! 🙂 EP-VÖ: 25.10.2013 (Photo by Chapman Baehler)