(Tutl/Cargo Records) Nicht einmal 50.000 Menschen leben auf den Faröer Inseln. Obwohl zu Dänemark gehörend, sehen sich die Faringer als eigentständiges Volk, als Abkömmlinge der Wikinger. Raue Seefahrer also. Da passt es wie die Doppelaxt auf den Schädel, dass der Begriff HAMFERD die Erscheinung der Geister verschollener Seefahrer vor ihren Hinterbliebenen beschreibt. Starker Name für eine Band. Dass die Musik dazu nicht gerade vor Lebensfreude platzt, versteht sich von selbst. Das Sextett aus Torshavn wird sowohl vom Label wie auch sonst überall unter Doom einsortiert. Hm, langsame Passagen hat "Evst", übrigens das Debüt der Band, einige. Der teilweise sehr growlige Gesang schiebt das Ganze in Richtung Death-Doom. Plötzlich allerdings gretschen zahlreiche Passagen mit klaren Vocals und Melodien dazwischen, die mich wiederum stark an die Power-Metal-Kollegen von Nevermore erinnern. Ein Ausnahme-Sänger wie Warrel Dane ist Jon Aldara nicht, aber singen kann der Mann, kein Zweifel. Und zwar in der landestypischen Sprache. Die klingt für meine ungebildeten Ohren ein wenig wie Isländisch, ich verstehe jedenfalls kein Wort. hamferd-evst-5070Und das ist auch die Krux mit "Evst". Musikalisch haben HAMFERD wirklich einiges zu bieten. Die Songs sind gut geschrieben und klasse arrangiert, die Produktion ist vielleicht etwas zu steril und modern, aber sie knallt ordentlich. Doch egal wie gut die Geschichten sind, die HAMFERD in ihren Texten erzählen, es hängt eben alles an der Musik. Und die kann mich über die gesamte Laufzeit von "Evst" einfach nicht genug fesseln. Schade. Freunde von exotischem Doom sollten trotzdem mal reinhören. Album-VÖ: 15. 11. 2013 (Photo courtesy of Tutl)