(Fat Wreck Chords) Heidewitzka!! Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr Fan einer Band seid, diese in den letzten Jahren ein solides Album nach dem nächsten veröffentlicht hat, aber niemals diese Euphorie und Spielfreude vermittelt hat, wie es vielleicht einmal war, als ihr die Truppe für euch entdeckt habt? Mir ging es die letzte Dekade mit LESS THAN JAKE so - ich freute mich auf jede neue Veröffentlchung und musste dann feststellen, dass der Spass an der Band nur von sehr kurzer Dauer war. Es wurden natürlich weiterhin alle Trademarks verbraten, die man als Referenzband des melodischen SkaPunks zu erwarten hatte, aber irgendwie fehlte in der letzten Zeit der richtige Punch - es fühlte sich verwässert, lustlos und zu sehr "Dienst nach Vorschrift" an. Nun haben LESS THAN JAKE ihr Comeback beim Label des fetten Mike, wo sie auch schon ihren Klassiker "Borders & Boundaries" veröffentlicht haben und man muss konstatieren, dass die Frische zurückgekommen ist. Mit ihrem aktuellen Album "See The Light" gibt es wieder diesen herzerfrischenden, nach vorne schiebenden PunkRock unterlegt mit vereinzelten Off-Beat Schüben, die aber zum Glück nie nervig wirken, sondern die Hitqualitäten eines jeden Songs untermauern. Die Bläserabteilung hat, auf diesem wirklich gelungen Stück Musik, gut zu tun und ist dezent genug eingesetzt, um es nicht aufgesetzt wirken zu lassen, sondern wird als normale Instrumentierung in den einzelnen Songs wahrgenommen. Die prägnante Stimme von Gründungsmitglied Chris Demakes erhöht den Wiedererkennungswert dementsprechend (checkt auch mal sein Nebenprojekt Rehasher aus!!). Less_Than_Jake-2013Einzelne Songs hier hervorzuheben macht wenig bis gar keinen Sinn, da alles aus einem Guss wirkt und LESS THAN JAKE 13 neue Tracks geschrieben haben, die es wert sind, an einem Stück gehört zu werden, ohne den Skip-Knopf der Anlage betätigen zu müssen. Auch das Layout ist äußerst gelungen und erinnert optisch stark an die aktuellen Alben von The Flatliners und Hot Water Music - scheint aber ein anderer Künstler für verantwortlich zu sein. Als Fazit kann man festhalten, dass die Majorjahre nicht die beste Entscheidung von LESS THAN JAKE waren (außer evtl. finanziell) und durch das Zurückkommen zur alten Wirkungsstätte in den kleinen Kosmos eines mittelgroßen Punklabels, die Energie, Kreativität und unbändige Spielfreude endlich wieder im Vordergrund stehen. Der Sommer wäre für diese Art der Musik definitiv die bessere Veröffentlichungszeit, aber so kann man sich im herbstlichen Einerlei schon mal warme Gedanken machen und auf die nächste Baggersee-Saison freuen. Welcome back Gainesville Rock City, welcome back LESS THAN JAKE..... 5 von 6 starke Blitze..... 🙂 Album-VÖ: 15.11.2013 (Photo courtesy of Fat Wreck Chords)