(Supreme Chaos Records/Soulfood) Im beschaulichen, ruhigen süddeutschen Städtchen Ellwangen wurde im November 1993 das Metal Trio UNDERTOW aus der Taufe gehoben. Pünktlich zum 20 jährigen Bandjubiläum veröffentlichen die Baden-Württemberger am 6. Dezember ihre siebte Platte; wenn das nichts für die Gabentische gestandener Metal-Fans ist. Der Albumtitel "In Deepest Silence" könnte eine Hommage an den Heimatort sein, allerdings nur den Titel betreffend, denn die Musik ist alles andere als „silent“. Der neuste Silberling der jüngst zum Quartett angewachsenen Kapelle bietet alles für den UNDERTOW-Fan der ersten Stunde, sollte aber auch jeden Anhänger ehrlicher Metal-Musik im Fahrwasser von Down und Crowbar ansprechen. Seit der ersten CD "Slope" konnten UNDERTOW ein stetig wachsendes Medien-Interesse verbuchen. Das Songwriting wurde im Laufe der Zeit immer weiter verbessert und so ist es kein Wunder, dass der einstige Geheimtipp mit den letzten Veröffentlichungen durchweg Höchstnoten bis hin zum Soundcheck-Gewinn mit "Don’t Pray To The Ashes" im RockHard einheimsen konnte. Das blieb anderen Bands und den Fans über die Jahre ebenso wenig verborgen. Dadurch konnten sich unsere Ellwanger im Vorprogramm der Farmer Boys, Emil Bulls, EyeHatGod und anderen platzieren sowie Tourneen mit End of Green, Crowbar, Pro-Pain usw. bestreiten. "In Deepest Silence" hat alles, was UNDERTOW bislang ausgemacht hat: schwermütige Riffs der Marke New Orleans, gefühlvolle Vocals, fette Grooves mit gelegentlichen Geschwindigkeitsausbrüchen. Über einem tighten Rhythmusteppich und tonnenschweren Gitarrenwänden thront der melodische Brüllgesang von Ausnahmeshouter Joschi. Das stimmungsvolle Intro ist ein wunderbarer Einstieg und leitet sogleich in den ersten Höhepunkt ein: 'Canvas Ghosts' ist wie Lava, heiß, alles niederwalzend und doch wunderschön. Das nachfolgende Stück 'BoxShapedHeart' sollte selbst einen Stein erweichen, so ergreifend sind die Melodien, ohne Plattitüden oder schwülstige Balladen-Trademarks zu offerieren. 'These Boots Are Made For Stalking' drückt ordentlich aufs Gaspedal und besitzt ein schönes Swedish-Death-Metal-Riffing mit packenden Leads. Das Titelstück ist ein gelungener Midtempo Song, der mit einem packendem Refrain überrascht. 'Inside Out' setzt auf ruhige Töne und besticht durch Akustik-Stahlgitarre und schönen Clean-Gesang, was für eine coole Western-Atmosphäre sorgt. 'Slatesoul' drückt dann wieder auf die Tube und sorgt für Abwechslung. Gekrönt wird die Nummer von einem stimmigen Chorus. Der Uptempo Brecher 'Everember' überrascht durch einen bösen und öfter wiederkehrenden Blast Speed-Part. Der groovige, alles zerstörende Mittelteil sollte jeden Headbanger zum Matteschütteln bringen. 'The Strain' ist einfach Metal pur: geiles Riffing, schönes Doublebass-Spiel und geschickte Tempiwechsel sind ein perfekter Unterbau für Joshis Gänsehaut Organ. Der schnelle Nackenbrecher 'Now And Forever' ist ein perfekter Rausschmeißer, der sofort Lust darauf macht, die Platte noch mal von Vorne zu hören. Undertow Band 01 LogoMit "In Deepest Silence" konnten sich UNDERTOW abermals steigern. Der neue Gitarrist Markus „Brandy“ Brand scheint frischen Wind in das Bandgefüge gebracht zu haben. So finden sich diverse interessante Zweistimmigkeiten, Leads und Soli auf Album Nummer sieben wieder. Die Grenzen des Sounds wurden erweitert und die Geschwindigkeit erhöht. Als kleine Schmankerl sind Gastbeiträge von Gary Meskil (Pro Pain) und Björn Gooßes (The Very End) zu hören. Abgerundet wird das Ganze durch den extrem fetten, druckvollen und stets transparenten Sound von Roger Grüninger (Studio 141), der auch schon den Vorgänger dreckig und trotzdem angenehm klar abmischte. Wenn die (Metal) Welt gerecht wäre, würde sicher dieses rundum gelungene Nikolaus- bzw. Weihnachtsgeschenk jeder waschechte Metaller auf seinen Wunschzettel schreiben… Album-VÖ: 06.12.2013 (Photo courtesy of Supreme Chaos Records)