(Redfield Records) Unaufhaltsam auf das Weihnachtsfest zuschreitend, werfen schnell noch vier ambitionierte Musiker aus Münster sowie Köln ihr vertontes Debüt unter den Baum. Mal sehen, wie schnell die Nadeln von VITJA’s ''Echoes'' fallen werden oder ob es ein immergrünes Ganzjahres-Album wird. Irgendwo zwischen Metalcore und Djent siedelt sich das Machwerk an, welches aufgenommen in Köln durch Redfield Records am Freitag den 13. auf den Markt kam und sich nicht wirklich der besinnlichen Vorweihnachtszeit unterwirft. ''Echoes'' wartet mit elf Songs auf, die einem von Shouter David Beule einer nach dem anderem ins Gesicht gepeitscht werden. Der Opener 'Sleeping in Snow' zeigt sich schon bezeichnend für das komplette Album, das im Großen und Ganzen als strukturiertes Chaos anzusehen ist. Rhythmische Finessen hämmernder Gitarrenriffs sind wahrscheinlich das prägnanteste Stilmittel im Sound von VITJA, dazu die hasserfüllt klingenden Vocals und zwischendurch technische Spielereien wie zum Beispiel orientalische Klänge des Openers. Im weiteren Verlauf des Albums wird dieses Konzept auch weiter strikt verfolgt, zwischendurch variiert der technische Anspruch lediglich zwischen hoch und sehr hoch, was z.B. 'Imageless' zu entnehmen ist. Ein mögliches Genreproblem entsteht hier jedoch, da kaum ein Song wirklich schnell ins Ohr geht, hier ist höchstens 'The Selfish Giant' zu nennen, das melodischer als die anderen Tracks ist und trotzdem noch sehr verschlungene Pfade geht und somit nicht langweilig wird. Von solchen Akzenten hätte man sich ein wenig mehr gewünscht. vitja-2013'Strange Noises' winkt einem den Zaunpfahl gegen den Schädel und bereitet dementsprechend auf weitere merkwürdige Geräusche aus der Technikabteilung vor. Ein weiterer Anspieltipp ist noch mit 'Beside The Wires' zu nennen, geht gut nach vorne! Wirft man nun den Blick zurück auf das Ganze findet sich eine Band mit viel Potential, hervorragenden musikalischen Skills und einer Power, die absolut hervorzuheben ist. Allerdings werden diese Attribute noch nicht so zusammengebracht, dass ein durchgehend interessantes Album entsteht, da sich hin und wieder doch ein wenig die Eintönigkeit trotz des musikalischen Anspruchs einschleicht. Bedenkt man nun aber, dass hier ein Debütalbum vorliegt, ist dies schon aller Ehren wert. Wer sich also lieber mit der Doublebass durch die Feiertage durchknüppeln lassen will als bei Glühwein und Wham, der ist bei ''Echoes'' genau richtig. Frohe Weihnachten! Album-VÖ: 13.12.2013 (Photo courtesy of Redfield Records)