(Gain Music / Sony) Ich weiß noch, als wäre es gestern gewesen, als mich 2001 der Opener 'Alcoholic/Homophobic' der ersten EP "The True Sound Of The New West" der schwedischen Rocker förmlich umblies! Nun legen MUSTASCH mit "Thank You For The Demon" bereits Album Nummer acht vor und haben hörbar im Laufe der Jahre in Punkto Frische und Spielfreude absolut nichts eingebüßt! In ihrer Heimat ist das Quartett längst etabliert, doch in unseren Breitengraden ist die Hörerschaft begrenzt. "Thank You For The Demon" ist ein weiterer Versuch, diesen Umstand zu ändern und den Fankreis zu vergrößern und die Platte hat das Zeug dazu, neben der Rocker-Gemeinde auch diverse Metal-Heads anzusprechen. Mit 'Feared And Hated' beginnt das neun Song umfassende Werk ungewohnt episch mit schönen Gesangsharmonien, um abrupt in einen mitreißenden Metal-Stampfer zu kippen, der zum Kopfnicken und Mitstampfen einlädt. Nicht nur dieses Stück belegt, dass Sänger, Gitarrist und einzig verbleibendes Gründungsmitglied Ralf Gyllenhammar (ex-B-Thong) mit der Zeit gesanglich immer eigenständiger wurde. Klang er auf dem Debüt noch wie eine Mischung aus einem wütenden Ian Astbury (The Cult) und einem technisch ausgereiften Glen Danzig, ist er inzwischen zu einem durch und durch originellen „Hartwurst“-Shouter gereift, was er unter anderem eindrucksvoll im Titeltrack unter Beweis stellt, eine regelrechte Stadion-Hymne! Mit 'From Euphoria To Dystophia' geht es dann deutlich derber und in bester Metal-Manier weiter. 'The Mauler' erinnert nicht nur marginal an Black Sabbath, bietet getragenen Doom in Reinkultur und zeigt die Bandbreite von MUSTASCH. 'Borderline' setzt den Metal-Reigen fort und hätte nicht nur vom Riffing und Beat her durchaus Platz auf dem schwarzen Album von Metallica finden können. Mustasch-2014'All My Life' scheint zunächst die obligatorische Ballade zu sein. Doch nach knapp zwei Minuten kippt das Stück, wenn es doch auch nicht völlig aus der Haut fährt – schade. 'Lowlife Highlights' liefert ebenfalls eine solide Schwermetall-Schlagseite im Midtempo-Bereich, wenn auch ebenfalls ohne nennenswerte Höhen und Tiefen. 'I Hate To Dance' scheint instrumental eine groovige Rob Zombie-Nummer zu sein, wenn da nicht Gyllenhammars origineller Gesang wäre. Der Abschlusstrack wird stimmungsvoll von Akustik-Gitarren und Piano getragen und ist auch wie die anderen 8 Stücke keine Rückkehr zum einstigen Stonerrock der Band. Ob für die „neue“ Ausrichtung die neuen Bandmitglieder verantwortlich sind, lässt sich nicht sagen. Da der Platte allerdings zum Ende hin etwas die Luft ausgeht, ganz im Gegensatz zu den furiosen Live-Auftritten der Combo, werden es MUSTASCH allerdings schwer haben, sich hiermit zu etablieren, zumal kein echter Hit vertreten ist. Da bleibt den Schweden wohl nichts anderes übrig, als sich weiter bei uns den Arsch abzuspielen, was ja kein Nachteil ist – hehe! Album-VÖ: 10.01.2013 (Photo courtesy of Gain Music)