(Prophecy Productions/Soulfood) Es muss einfach mal raus: ich finde Dream-Pop super. Passt zwar so überhaupt nicht in den üblichen Kanon meiner musikalischen Vorlieben, außer in meinem Kopf, da gehört das alles zusammen. Wie ALCEST das allerdings geschafft haben, vom Black Metal zum Shoegaze zu kommen, ist mir schleierhaft. Klar, ich könnte das jetzt einfach auf den bisherigen Alben nachhören. Aber mir geht es da eher um die zugrundeliegenden Konzepte und wie die übereinanderpassen. Aber was soll’s, für Bandkopf Neige war das offensichtlich eine ganz natürliche Entwicklung. Und wo in den bisherigen Veröffentlichungen der Band immer noch etwas die schwarze Vergangenheit durchblitzte, ist Album #4, "Shelter", jetzt der Cut. Die Songs sind reiner Pop, keine Bezüge zum Metal mehr. Stattdessen zuckersüße Melancholie und eine Extraportion Atmosphäre. Neige sieht ALCEST als Vehikel, Erlebnisse aus seiner Kindheit, in denen er in Kontakt mit einer Parallelwelt voller Feen trat, zu vertonen. Und da trifft der aktuelle Sound genau ins Schwarze. Eigentlich. Denn leider klingen die Songs auf "Shelter" zu austauschbar. Den Melodien fehlt der nötige Griff, die Songs rauschen vorbei, ohne dass etwas zurückbleibt. Anstatt in die Musik zu tauchen und in ihr aufzugehen, bleibt der Hörer hier doch nur Konsument. Er kann theoretisch verstehen, was Neige sagen möchte, aber spüren kann er es nicht. Das einizige weitere, feste Bandmitglied auf "Shelter" ist wieder einmal Drummer Winterhalter. Bei 'Away' haucht Neil Halstead von Slowdive ins Mikro. Birgir Jon Birgisson, bekannt durch seine Arbeit für Sigur Ros, hat hinterm Mischpult den Zauberstab geschwungen. Leider nur 3,5/6 Album-VÖ: 17.01.2014