(Sony Music) Die fünf Osaka-Jungs von CROSSFAITH werden langsam aber sicher immer bekannter und erfolgreicher. Nach zwei Minialben welche noch über das Japan-Szenelabel Gan-Shin veröffentlicht wurden und einer hier leider nie erschienenen EP, stellt "Apocalyze" das Langspieldebüt der Band da. Inzwischen ist man bei Sony angekommen, die das Album nun endlich mit knapp einem halben Jahr Verspätung auch hier auf den Markt bringen. Produziert wurde dieses übrigens von Machine, welcher auch schon für namhafte Bands wie z.B. Lamb Of God gearbeitet hat. Über eine elektronisch erzeugte 'Prelude' gelangen wird direkt in 'We Are The Future', welches uns sofort das bietet, was wir von der Band erwarten. Und zwar einen fetten Mix aus elektronischen Dance-Klängen und der vollen Metalcore-Breitseite. Trotz japanischem Sänger sind dabei die englischen Texte einfach zu verstehen und der Song geht super schnell ins Ohr. Mit 'Hounds Of the Apocalypse' geht es nicht minder beeindruckend weiter. Es wird geschrieen was das Stimmorgan hergibt und das stark elektronisch unterstützte letzte Drittel des Songs ist einfach hervorragend und wird live zum Mitsingen motivieren. 'Eclipse' bringt etwas Abwechslung in die Sache und ist wohl der Partytrack schlechthin auf dem Album, wo es einfach nur eine Ansage ist die ganze Nacht durchzurocken und -feiern. Dementsprechend ein stark dancelastiger Track, welcher sehr schnell zu begeistern weiß. 'The Evolution' geht wieder rockiger zur Sache, und gipfelt in einem programmierten Höhepunkt. Auch Liebeslieder können die Jungs, was sie mit 'Scarlett' beweisen und dafür müssen sie nicht einen Gang zurückschalten. Die zusätzliche Frauenstimme passt gut in den Song und gibt dem Ganzen einen schönen weiblichen Touch. Ein Aufruf zur Revolution hören wir in 'Gala Hala (Burn Down the Floor)' einem ganz starken Stück des Albums, welches gar nicht mehr Erklärung bedarf, man muss es einfach hören. Der 'Countdown To Hell' ist wirklich ein ziemliches Brett und vielleicht der aggressivste Song der CD, sowohl musikalisch als auch vom Text her. Es wird geknüppelt, bis die Boxen beben und außer kurz am Anfang sind keine elektronischen Klänge zu vernehmen, CROSSFAITH beweisen es also ihren Kritikern, dass sie auch ohne Techno-Hintergrund begeistern können. CROSSFAITH_071112_097_Tom_Barnes_@_TomBarnesPhotography-21308439_small'Deathwish' kommt da minimal ruhiger daher und bringt die Elektronik wieder ins Spiel, ist aber mit eines der besten Stücke, bei dem Kenta an einer Stelle packend eine Reihe an Wörtern ins Mikro brüllen darf, da ist schon mal Gänsehaut angesagt. Ein besonders herausstechendes Stück Musik ist 'Counting Stars', weil es sich auch deutlich von den restlichen Tracks abhebt. So bietet es einige sehr ruhige Phasen, bei denen wieder die Frauenstimme zum Einsatz kommt und sonst der Song nur von etwas Hintergrundmusik getragen wird. Und auf der anderen Seite knallt es trotzdem ordentlich und bietet so ein besonderes musikalisches Erlebnis. Auch 'Burning White' hält die Qualität und enttäuscht nicht und bietet uns sogar mal ein ordentliches Gitarrensolo. 'Only The Wise Can Control Our Eyes' stellt dann schon den Endpunkt der regulären Titel des Albums dar, bietet aber nochmal alles, wofür man die Band inzwischen lieben gelernt hat. Als Bonustrack der CD gibt es noch 'Against The Wave' obendrauf und dieser ist einfach mehr von der gewohnt hohen Qualität. Wer sich entscheidet, das Album in einer MP3-Version zu erwerben, kriegt sogar noch 2 weitere Titel spendiert. Gerade bei 'Not Alone' ist es schade, dass der Titel es nicht regulär auf die CD geschafft hat, bietet er mit vielen Clean-Vocals doch mal ziemlich ungewohnte, aber schöne und abwechslungsreiche Kost und ist mit einer der eingängigsten und schönsten Songs von CROSSFAITH überhaupt. Auch der nun wirklich abschließende 'Outbreak' ist sehr eingängig und mehr als nur ein müder Anhang und könnte live der Anheizer für Moshpits schlechthin sein. Das lange Warten hat sich für deutsche CROSSFAITH-Fans mehr als gelohnt (falls diese nicht eh schon lange importiert haben), mit "Apocalyze" steht ein hochqualitatives Langspieldebüt nun auch in den deutschen Regalen. Das Album bietet nicht einen Aussetzer und die Qualität ist durchgehend sehr hoch, so dass einem gar nichts anderes übrig bleibt, als hierfür die Höchstnote zu zücken. Bleibt nur zu hoffen, dass die Band in Zukunft hier auch mal als Headliner touren darf und nicht immer als 30-minütige Vorband verheizt wird. Anspieltipps: 'We Are The Future', 'Deathwish', 'Counting Stars' Album-VÖ: 24.01.2014 (Photo by Tom Barnes)