(Relapse Records) Die Wunder der modernen Technik machen‘s möglich. Da gründen drei Jungs aus der kanadischen Prärie eine Band mit einem Sänger, der in Schweden lebt. Noch niemals gemeinsam im selben Raum gewesen, schieben CULTED nun mit "Oblique To All Paths" bereits ihr Zweitwerk aus der Höhle. Und das ist der perfekte Soundtrack zu der gerade einsetzenden Kälte. Langsam wie ein Gletscher schiebt sich die Musik von CULTED voran, ist dabei schwarz und düster wie eine finstere Winternacht. Und mindestens ebenso kalt. Die Gitarren sägen in schönster Darkthrone-Manier ('Blaze In The Northern Sky'-Ära). Das Duo-Infernale (oder damals eben Trio) ist ohnehin ein guter Vergleich. Nur dass CULTED nie in Raserei abdriften, sondern höchstens mal ins Midtempo beschleunigen, nur um dann umso stärker (und vernichtender) in die Eisen zu gehen. Die Songs sind ausladend arrangiert, der Opener 'Brooding Hex' bringt es auf fast 20 Minuten, zwei weitere Songs toppen die 10 Minuten Marke. Standout-Track ist für mich allerdings das mit 4:16 Minuten geradezu kompakte 'March Of The Wolves'. Sänger Daniel Jansson keift und brüllt auf "Oblique To All Paths" wie in Höllenqualen, Gitarrist Michael Klassen und Basser Matthew Friesen ergänzen das ohnehin schon apokalyptische Soundgebilde mit (recht dezenten) Noise-Einwürfen. Das Ergebnis ist ein monströs-brachialer, schwarzer Moloch. Ein vertontes schwarzes Loch, so klingt es also hinter dem Ereignishorizont. "Oblique To All Paths" erscheint über Relapse auf CD, Do-LP und als Download. LP ist dabei klar der Favorit, allein schon aufgrund des stimmungsvollen Artworks. Album-VÖ: 17.01.2014