(Epitaph) Eine der prägendsten Originale der zweiten Fat Wreck Chords-Generation meldet sich nun endlich nach langem Winterschlaf zurück. THE LAWRENCE ARMS! Wer hätte damit noch gerechnet, präsentieren sie nun nach acht Jahren ihren sechsten Longplayer "Metropole", an den die Erwartungen mit den Jahren nach ihrer eher im Bereich des Mittelprächtigen anzusiedelnden EP und Lebenszeichen "Buttsweat And Tears" von 2009 immer höher wurde. Ja was haben die Jungs nur die ganze Zeit so getrieben? Ganz einfach, es sind kreative Musiker wie viele in diesem Genre ,die ihr Spektrum gerne erweitern mit Akustikprojekten wie z.B. "Sundowner" von Bandkollege Chris Mc Caughan, welcher auch schon immer für die etwas ruhigen, melodischen Momente bei den ARMS sorgte. Nach ihrem zehnjährigen Bestehen, welches ausgiebig mit einer Homeshow gefeiert wurde, mit dem Release ihrer DVD in 2012 und einer gewissen Auszeit wechselten die Jungs nun kürzlich zu den allseits bekannten und beliebten Kollegen von Epitaph Records, um dort ihre Geschichte mit "Metropole" fortzusetzen. Also darf man jetzt in naher Zukunft gespannt sein, was die neuen Songs auf dem Tonträger sowie auf europäischen Festivalbühnen so bewegen können. Die Scheibe beginnt mit dem kleinen Eine-Minute-Opener 'Chilean District' welcher gleich die Richtung der noch 11 kommenden Tracks vorgibt. Es wird ein sehr angenehmer abgerundeter Sound mit eingängigem Hitcharakter geboten, was bei Stück Zwei 'You Are Here' schon klar zu erkennen ist. Ähnlich bei den nächsten Songs 'Hickey Avenue' und 'Seventeener (17th and 34th)' bei denen nun auch Leadsänger Nummer Zwei der ARMSBrendan Kelley , welcher eher für seine wilde und krächzende Stimme bekannt ist, zum Einsatz kommt. Dieser passt sich jedoch sehr an den Gesang seines Kollegen Chris Mc Coughan an und somit klingt seine Voice auch eher etwas abgerundet als auf den Vorgängeralben, was jedoch mit der Grundstimmung dieses Albums sehr harmoniert. TLA - Promo Photo - Credit Ben PierEin besonderes Feeling gibt es für mich beim Titeltrack 'Metropole', welcher sehr smooth und toll melancholisch daherkommt und zeigt, dass die Combo ihr Handwerk versteht. Um etwas an alte Zeiten anzuknüpfen, gibt es noch einen schönen Fuck you-Song namens 'Drunken Tweets' von Brendan auf die Ohren, bei dem er mal kurz wieder den Rotzbengel raushängen lässt. Später heißt es dann nochmal 'Take Me Down To The Paradise Shitty' ( 😀 ) welches auch noch ein erwähnenswertes gutes Midtempo-Stück zum Ende der Platte ist. Fazit: THE LAWRENCE ARMS liefern hier ein gutes Album ab, Melodien stimmen, Atmosphäre sowie gute Laune entstehen. Wer Bands wie Alkaline Trio oder The Menzingers u.a. in sein Herz geschlossen hat, wird sich auch hieran erfreuen können. Ich hätte mir persönlich mehr Druck von ihnen gewünscht wie auf "Oh Calcutta" von 2006, wo sie für mich in Hochform waren. Vermutlich wird bei den kommenden Liveshows mehr Energie in ihren frischen Songs stecken, von daher gibt's für ihr Comeback-Werk 4,5 Blitze. Album-VÖ: 28.01.2014 (Photo by Ben Pier)