(Napalm Records/Universal) Freunde modernen, melodischen Death Metals werden ohne Frage schon einmal mit Sonic Syndicate in Berührung gekommen sein. Für die einen waren sie die Heilsbringer der Szene, für andere eine austauschbare Jungspundkappelle. Nach zwei erfolgreichen Alben bei Nuclear Blast kriselte es im Bandlager und der ausdrucksstarke Sänger Roland Johannson verließ 2009 die Truppe. Nach dem erschreckend schwachen dritten Album strich Shouter Richard Sjunnesson ebenfalls die Segel, der mit der neuen musikalischen Ausrichtung alles andere als zufrieden war. Ein Jahr später folgte ihm sein Bruder Roger Sjunnesson und 2010 gründeten die drei Aussteiger THE UNGUIDED. Sie blieben nicht lange alleine und so schloss sich ebenfalls Ex-Sonic Syndicate Schlagwerker John Bengtsson an. In Henric Lijesand (Cipher System) fand man schließlich einen festen Bassisten. Die Fünf veröffentlichten 2011 nach einer EP ein Jahr später ihr Debüt "Hellfrost", dass unhörbar – Oh Wunder - nach Sonic Syndicate klang. Nun steht der zweite Longplayer "Fragile Immortality" ins Haus und das Quintett präsentiert einen schönen Grindcore-Reigen… Nein, Quatsch! Natürlich wird wieder eingängiger Melodic Death Metal geboten, mit einschmeichelnden Melodien, die auf ungezügelte Härte treffen, eingebetet in einen fetten aber sterilen Sound. Aushängeschild ist nach wie vor das Wechselspiel der beiden Sänger Roland Johansson & Richard Sjunnesson, letzterer brüllt weiterhin herrlich intensiv, und Roland hat es nicht verlernt, harmonisch zu intonieren. Dieses Trademark war auch schon charakteristisch für ihre Vorgängerband, doch fehlen hier die ganz großen Hits. Für meinen Geschmack sind die Keyboards etwas zu laut ausgefallen und dominieren den Gesamtsound. theunguided-2014Wirkten die Songs auf dem THE UNGUIDED-Debüt "Hellfrost" noch etwas zerfahren, hat man die Stücke jetzt homogener aber leider auch gleichförmiger komponiert. Das wird durch die druckvolle aber wenig raue Produktion noch verstärkt, die im Studio Fredman unter Führung von Fredrik Nordsträm und Henric Udd entstand. Es gibt auf der Platte keinen einzigen Ausfall aber auch kein wirkliches Highlight. Wer eine musikalische Fortführung von Sonic Syndicate erwartet, wird mit "Fragile Immortality" zufrieden sein. Auch von der technischen Seite präsentiert man sich grundsolide auf hohem Niveau. Es gibt einige Ohrwürmer, doch heben sich die Stücke zu wenig voneinander ab und nach dem Hören des Abums ist man erstmal satt und hat genug! Vielleicht ist die Gruppe beim nächsten Mal etwas mutiger und präsentiert ihr Material differenzierter. Album-VÖ: 31.01.2014 (Photo by Linus Pettersson)