(Redfield Records) Die Jungs aus Kanada waren mit ihrem Debüt eine meiner ersten Hörerfahrungen, wenn es darum ging, Elektronik und Hardcore etwas umfangreicher und intensiver zu mischen, als viele ihrer Genrekollegen zuvor. Nach nunmehr einer EP und zwei Langrillen kommt mit "Malocchio" der vierte Streich in die Läden und schon bald soll es in Nordamerika, Japan und Europa wieder auf  Tour gehen. Kommen wir mit 'Reefer Madness' zu Track Nummer eins. Wo es beim Vorgänger "Infamous" noch etwas experimenteller zuging, so orientiert sich der Start eher am Full Length Debüt von 2010 "Geeving". Die Gitarren braten, der Bass stampft und während zwischendrin die Keyteppiche die Erlösung bringen, brüllt Fronter Angelo Aita alles in Grund und Boden, immer wieder abgelöst vom Cleangesang von Basser und Zweitstimme Martin Broda. Auch 'Trapped' bringt ein paar frische Ideen mit. So lassen ABANDON ALL SHIPS zu knackigen Techno Beats auch ein paar Nintendo-Klänge einfliessen. Mit 'High Roller' wird es etwas komplizierter. Vertracktere Gitarrenparts treffen hier auf teils sirenenartige Keys. Silent Hill ähnliche Erinnerungen werden hier wach. Der Cleangesang wirkt sehr reif und verstärkt den erwachsen gewordenen Eindruck. 'Bloor Street West' ist etwas poppiger unterwegs, auch wenn hier und da ein paar nette Breakdowns eingestreut werden, so schwingt sich hier vornehmlich das Tanzbein. aas 2013 promoEin Wunder gibt es beim Song 'Miracle'  zwar nicht zu erleben, doch der Aufbau ist spannend gestaltet, da hier eine deutlichere Fusion der instrumentalen Elemente zu vernehmen ist. Gitarren und Keys spechen eine sich ergänzende Sprache. 'Alive (feat.Astrokrat)' ist eine herrlich klebrige Nummer. Die Synthie-Nuancen tropfen von den Wänden und man ist kurzzeitig an den Blutsong aus Blade I erinnert. Gitarren Fehlanzeige, aber leider geil. Genannte, unausweichliche Komponente des harten Rockgeschäftes, gibt es dann bei 'Cowboys' in Hülle und Fülle. Die Seiten werden gequält und auch Cleanstimme Martin Broda malträtiert sich in enorme Gesangshöhen. Der Titelsong zu "Malocchio" hat dann einiges an Balls im Seidenschlüpfer. Eine der härteren Nummern liegt hier vor und die Keys wirken eher wie feuernde Laserkanonen. In Deckung mit euch und zurück spritzen! Kurz vor Feierabend beehrt uns mit 'Centipede' wieder Herr Nintendo. Es wirkt immer wieder interessant, allerdings ist diese Soundmethode auch Stimmungsabhängig. Mit genug Ethyl aufm Kessel lässt es sich dabei aber garantiert rhythmischer kotzen. Am Ende kommt das Paradis. Mit 'Paradise' setzen ABANDON ALL SHIPS ihren Schlusspunkt und das sogar mit Panflöten-artigem Intro. Besser kann man einem Songtitel wohl kaum die Ehre erweisen und auch der Rest vom Fest passt dazu. "Malocchio" ist herrlich unterhaltend und kurzweilig zugleich. Man merkt den gereiften Kanadiern ihre grösser gewordene Erfahrung an und trotzdem haben sie ihre spielerischen Roots geschickt mit dem Heute verwoben. Es rockt und flockt und darf noch ein paar Mal mein Begleiter sein. Album-VÖ: 11.02.2014 (Photo courtesy of Redfield Records)