(Hopeless Records/ Soulfood) BAYSIDE haben sich 2000 in Long Island gegründet und mit dem vorliegenden sechsten Album "Cult" den Vogel endgültig abgeschossen und sind in den Olymp des alternativen Rock-Emos mit ordentlicher PunkEdge aufgestiegen. Und womit? Mit Recht!! "Cult" bietet vom ersten Takt des Openers 'Big Cheese' bis zum Schlussakkord von 'The Whitest Lie' ein Komplettangebot an Euphorie, Spielwitz und musikalischer Finesse, wie es in diesem Jahr schwer zu toppen sein dürfte. Mit dem Wechsel zu Hopeless Records haben die Jungs um Anthony Raneri scheinbar alle Fesseln, schlechte Gedanken und überbordene Melancholie abgelegt und feiern auf den 11 neuen Songs eine flockige PunkRock-Party, die natürlich textlich und instrumental wie zuvor teilweise tief rein geht (und es lohnt sich das Booklet mal zur Hand zu nehmen), aber gleichzeitig so losgelöst und befreit haben BAYSIDE noch nie geklungen. Der ständige Vergleich mit Alkaline Trio (mit denen sie übrigens demnächst gemeinsam auf Tour kommen) wird zukünftig auch hinfällig sein, da BAYSIDE mit ihrem Output als neue Referenzband gelten könnten. 'Pigsty' ist z.B. der beste Alk3 Song seit mindestens 10 Jahren, den Matt Skiba & Co. aber nie geschrieben haben. Auch die Struktur der einzelnen Tracks, die sich quasi von Sekunde zu Sekunde zu wahren Giganten entwickeln, sowie die Hitdichte des Albums mit 'Stuttering', 'Time Has Come' oder 'Bear With Me' zeigt, welch einen Monolith BAYSIDE hier abgeliefert haben. Um es mal auf den Punkt zu bringen, warum BAYSIDE nach den überragenden und erfolgreichen Vorgängeralben wie "The Walking Wounded" und "Shudder" nach wie vor so klingen wie sie klingen und sich niemals anbiedern werden an irgendwelchen obskuren Trends, hier das passende Zitat von Sänger Raneri: “We don’t play anything we don’t want, but at the same time, we listen to our fans, and we know what makes Bayside, Bayside. We try to grab all those things that we all love about Bayside and try to do more of them. People’s lives change. You go from high school to college to adulthood to parenthood, and everything in your life changes, except there’s always going to be a new Bayside record, and you can always go home.” bayside-2014Verdammt, jeder Ton dieser Platte verursacht bei mir Gänsehaut des Glücks. Diese absolut grandiose Gitarrenarbeit zaubert mir ein Grinsen ins Gesicht, weil die versteckten Melodien "Cult" zu etwas ganz besonderem machen, die eingestreuten Solis nochmals aufwertend für den jeweiligen Song sind und nicht weil sich irgendjemand aus der Band profilieren möchte. Das Timbre im Gesang von Anthony Raneri geht so tief rein, dass es einem fast das Herz zerreisst. Ich hatte Schmetterlinge im Bauch vor Aufgregung, als ich dieses Album das erste Mal im Player rotieren ließ, nach dem ersten Mal war ich wiederholt verliebt in BAYSIDE, nach mehreren Durchläufen kann ich voller Überzeugung sagen: "Ja, ich will.....bis der Tod uns scheidet" 🙂 Fazit: grandios, homogen, perfekt, G-E-I-L!!! Das bisher beste Album in diesem noch jungen Jahr und schon jetzt ein Kandidat für den Thron! Volle Punktzahl mit Extrasternchen!!! Album-VÖ: 21.02.2014 (Photo courtesy of Hopeless Records)