(Prosthetic Records / Sony) Die norwegischen Post-Hardcore Hopefuls von WOLVES LIKE US sind zurück. Nach dem vielbeachteten Erstling "Late Love" von 2011 gab es letzten Sommer ja bereits einen kleinen Appetizer in Form einer Vinyl-Only Veröffentichlung (als 10“ erschienen) der auch einem Quicksand-Coversong enthielt. Hat mich "Late Love" noch ein bisschen an Quicksand-goes-Gothic erinnert, sind auf "Black Soul Choir" deutlich rockige Einflüsse zu hören. Und das steht dem Norweger-Vierer ausgesprochen gut. Es passt auch besser zum Gesang von Larsh Kristensen, der halt immer eine gewisse Düster-Rock-Kante in der Stimme hat. Seine eindringliche Art zu singen, ist eines der Trademarks von WLU. Nach dem kurzen Opener 'Days of Ignorance' stecken in den folgenden Songs eine Menge Abwechslung aus der Schnittmenge Post-Hardcore, Grunge, Gothic Rock und Alternative. Seltener als beim Vorgänger gibt es arythmische (Quicksand-mäßige) Riffs, dafür jetzt mehr eingängiges Rock-Riffing. Eine Sache, die man dem ersten Album noch anhängen konnte, war dass zuweilen die Songs nicht besonders gut im Ohr hängen blieben und das Album ein wenig am Höhrer vorbei lief. So ganz ist dieses Manko auch auf "Black Soul Choir" noch nicht ausgemerzt, aber die Band scheint die Gefahr erkannt zu haben. wolves-us-black-soul-choir-5350So findet sich mit 'Lovescared' beispielsweise ein Stück mit Akkustik-Gitarre, bei dem Larsh so dermaßen nach Layne Staley klingt, dass man denkt, die Alice in Chains der frühen Neunziger sind wieder da. Dieser Song und das epische, das Album abschließende 'Thanatos Wins Again' sind für mich Highlights des Albums, bei dem 'I Don‘t Need To Be Forgiven' sicherlich der heraussragende „Hit“ ist. Hier kommt alles zusammen, was die Band am besten kann: dichte treibende Gitarrenriffs, zusammengehalten von viel Traurigkeit und Melancholie bei den Melodien und Gesangslinien. Eine ehrliche, direkte Produktion gibt es obendrauf. WOLVES LIKE US sind im Vorprogramm von Long Distance Calling auf Tour, was ein ziemlich passendes und interessantes Package ist. Wenn du dir vorstellen kannst, das eine 90ties Post-Hardcore Band Grunge-Songs im Düster-Rock Sound spielt, dann unbedingt WLU auschecken. Album-VÖ: 28.02.2014 (Photo by András György Varga)