(Long Branch Records / SPV) Wer THE INTERSPHERE schon einmal live erleben durfte, der weiß, dass das Quartett eine der besten, weil schweißtreibendsten (was sowohl fürs Publikum als auch die Musiker gilt), deutschen Rockbands überhaupt ist. Mit jeder Veröffentlichung arbeiten die vier Freunde daran, den voluminösen und differenzierten Band-Sound perfekter auf Platte zu bannen, der sowohl Indie-Facetten beinhaltet, wie auch Prog-Anteile und Metal-Einschübe in sich birgt. Vor zwei Jahre war man mit "Hold On, Liberty!" nah dran, das perfekte Album aufzunehmen, was mit einem überraschenden Charterfolg und ausverkauften Tourneen belohnt wurde. Mit "Relations In The Unseen" gehen die Jungs um Sänger und Gitarrist Christoph Hessler in allen Belangen noch einen Schritt weiter, kleiden ihren Stil noch anspruchsvoller und öffnen sich vielen neuen musikalischen Horizonten. Dass auch der Sound diesmal 111% sitzt, dafür tragen Wolfgang Mann und Moritz Enders Sorge, die das ganze Werk in den Toolhouse Studios aufgenommen, gemischt und mit Bandkopf Hessler zusammen produziert haben. Nach fünf Jahren des Tourens mit über 350 Auftritten und zwei LP-Veröffentlichungen ist die Gruppe geradezu blind aufeinander eingespielt. Einen Umstand, den man deutlich aus jedem Ton heraushört. Schon der treibende Opener und Albumtiteltrack präsentiert sich ergreifend und auf hohem songwriterischen Niveau. Neben dem Anspruch an sich selbst überzeugt die Kapelle aber auch mit Authentizität und gibt sich ehrlich erdig und nicht verkopft. The_Intersphere_klein-10Die vier hart arbeitenden Musikerpersönlichkeiten wissen um ihre besonderen technischen Fähigkeiten. Trotzdem stehen die Songs im Vordergrund und man ordnet die spielerischen Skills den Arrangements unter, was der Eingängigkeit zum Vorteil gereicht. Die Kompositionen auf "Relations In The Unseen" sind vielschichtiger und gleichzeitig eingängiger als die des Vorgängeralbums. Die Herren beschreiten einen ähnlichen Weg wie Muse, mit denen sie ohne weiteres die Bühne teilen könnten. An die Fähigkeiten eines Matthew Bellamy reicht Christoph Hessler allerdings (noch) nicht heran, doch hat er hörbar an sich gearbeitet. Der künstlerische Anspruch der Band an sich selbst ist hoch und die gesteckten Ziele machen aus "Relations In The Unseen" ein ergreifendes Rock-Gesamtkunstwerk, dem ein paar mehr Uptempo-Nummern allerdings gut getan hätten (ich alter Nörgler!)... Aber auch so spielen THE INTERSPHERE weiter in der ersten Liga! Album-VÖ: 07.03.2014 (Photo courtesy of Long Branch Records)