(Polydor/Universal) Eine 20jährige Bandgeschichte für sich verbuchen zu können, ist dieser Tage kaum noch denkbar. Diese 20 Jahre dann auch noch in unveränderter Besetzung zu verbleiben, grenzt schier an ein Wunder. Zu oft zerbrechen ganze Bandgrößen an nicht unter zu ordnenden Egos, Langeweile und auserzählten Geschichten. Nicht so bei ELBOW. 1992 brachten sie erstmals ein Album raus. "The Take Off And Landing Of Everything" ist bis dato das sechste dieser Art. Stellt sich die Frage: Was macht diese Band aus und wie konnte sie so lange überdauern? Hört man in den neusten Schöpfling rein, wird einem ziemlich schnell bewusst, ELBOW haben ihren Sound gefunden. Sie bleiben sich treu, ohne zu langweilen oder sich zu wiederholen. Auch entwickeln sie sich auf eine entspannte Art weiter, ohne sich oder die Fans zu überfordern. Ankommen ist wohl die passendste Beschreibung dafür. Während alle Welt sich überstrebt, wirken ELBOW wie eine kleine, abgeschottete Insel. Der bereits im Januar veröffentlichte Song 'Fly Blue Boy/Lunette' überzeugt durch seine dramatischen Bläser gepaart mit folkigen Gitarren. Ab der Hälfte des Liedes schwenkt die Dramatik um, in ein leichtes Zusammenspiel sphärischer Klänge und der sanften Stimme Guy Garveys. Elbow 1 ©TomSheehan'Charge' ist der Beweis, dass neben Streichern und der herausregenden Stimme Garveys Mark Potter an der Gitrarre, Pete Turner am Bass, Craig Potter am Keyboard und Richard Jupp am Schlagzeug klangliche ein perfekte Symbiose bilden. In 'Oh Sad Captains' kommen Blasinstrumente zu Einsatz, die die traurige Geschichte über verlorene Freunde noch stärker untermalen. Darüber hinaus thematisieren ELBOW auch immer wieder politische Missstände und Gegebenheiten. Exemplarisch dafür ist der letzte Song 'The Blanket Of Night', in dem es um die Sorgen und Nöte illegaler Einwanderer geht. Neu ist, dass ELBOW ihre Songs nun hauptsächlich nicht mehr zusammen schreiben. Begann der Prozess früher mit einer Idee und der gemeinsamen Ausarbeitung, schreiben die Bandmitglieder die Lieder nunmehr vereinzelt. Aufgenommen wurde dann wieder zusammen und zwar wie gewohnt in den Blueprint Studios. Wie viel ihnen ihre Musik bedeutet, erklärte Garvey bereits vor vielen, vielen Jahren. Dies hört und spürt man noch heute. Und wahrscheinlich ist dies die einfache, aber bedeutungsvolle Antwort. Album-VÖ: 07.03.2014 (Photo by Tom Sheenan)