(Bridge Nine/Soulfood)  "Year Of The Snake"? - äh, wir haben ja eigentlich das Jahr des Pferdes. Zumindest im Chinesischen Kalender. Andererseits, kann 2014 durchaus das Jahr der SILVER SNAKES werden, nach diesem super Nachfolger zum 2011 erschienenen "Pictures Of A Floating World"-Album. Es ist nicht von der Hand zu weisen, die 90iger sind definitiv zurück. Bands finden in der Zeit des Grunges, damals als „Alternative“ eigentlich Mainstream wurde, Einflüsse für sich wieder, nehmen sich was sie brauchen, mixen eine Prise vom aktuellen Zeitgeist dazu und kreieren ihre moderne Interpretation. So auch bei SILVER SNAKES zweitem Album. Hier geben sich Nirvana, Smashing Pumpkins, Polar Bear Club und Thrice die Klinke in die Hand. „Post-Grunge“ kann man schon lesen in den Berichten. Eine dämliche Bezeichnung, die aber auch irgendwie treffend ist. Dabei haben die Songs keine an klassische Pop-Song-Muster angelegten Strukturen, sondern sind eher schwere Monstren, die sich langsam aufbauen und eine Melancholie zum Ende hin vor sich auftürmen ('Sundance'). Oder sie gehen direkt nach vorne los und enden in einem zähen, schrägen, schon fast Sludge-artig mit merkwürdigen Chant-Gesang-Parts ('Smokestack'). 'Grey Wolf Wild' ist dann so der heimliche Hit vom Album, der von der Gesangsleistung des Herrn Alex Estrada stark an Größen wie Thrice erinnert. 123_Silver_Snakes_02_credit_Jonathan Weiner'Red' und 'Lock' zeigen das andere Extrem der Scheibe. Zwei ausschließlich aus Akkustik-Gitarre und Gesang bestehende ruhige Songs, die völlig Low-Fi produziert sind und zwar ziemlich schief, aber irgendwie auch sehr eindringlich gesungen sind. Schon strange. Herr Estrada hat zudem  "Year Of The Snake" auch produziert. Dass er ein Händchen für so etwas hat, beweist, dass er in seinem Earth Capital Studio schon Bands wie Nails und Touché Amoré gearbeitet hat. Wenn dann noch Brian McTernan mixt und Jay Mass von Defeater mastert, ist das nicht nur für das Namedropping gut, sondern wir können auch sicher sein, dass das Endergebnis stimmt.  "Year Of The Snake" ist ein extrem interessantes Album, voller mutiger Songs, schwerer Riffs, dissonanter Gitarren, catchy Melodien und viel Unerwartetem. Post-Hardcore sagen die einen, Post-Grunge die anderen, Post-was-auch-immer. Hört euch 'Wolves And Embers' und 'All Your Eye' and und macht euch selbst ein Bild. Ich sage - die SILVER SNAKES haben ein Album gemacht, dass im ersten Moment gefällt, ein bisschen braucht um zu gedeihen und dann für sehr lange Zeit ohne Abnutzungs-Erscheinen begeistern wird. Album-VÖ: 14.03.2014 (Photo courtesy of Bridge Nine)