(Rise Above) Achtung, es geht hier um THE OATH, nicht zu verwechseln mit DAS OATH. Ganz andere Richtung. Das deutsch-schwedische Mädels-Duo hat sich der okkult angehauchten, "female-fronted" Gitarren-Musik verschrieben. Anstatt aber wie z.B. Blood Ceremony mit der Zeitmaschine bis direkt in die 60er durchzurauschen, klettern Linnea und Johanna bereits in den 80ern aus dem DeLorean. Klassischer Heavy-Metal steht auf der Fahne. Beeinflusst natürlich von Mercyful Fate (das hört man), Trouble und Danzig. "The Oath" ist das Debüt-Album der Band. Eigentlich handelt es sich nämlich gar nicht nur um ein Duo. Am Bass ist Simon Bouteloup (Kadavar, ehemals Aqua Nebular Oscillator) dabei und die Drumsticks schwingt Andrew Prestidge (Angel Witch/Winters). In der Außendarstellung dominieren allerdings Sängerin Johanna und die von Schweden nach Berlin emigrierte Gitarristin Linnea. Neun Songs haben THE OATH auf die Tonbänder gezimmert. Neun Songs mit (teilweise) mächtig Hitpotential, möchte ich ergänzen. Der Opener 'All Must Die' wurde von der Band bereits im Vorfeld veröffentlicht und killt schonmal ordentlich. Aber auch das folgende 'Silk Road' und 'Night Child' sind nicht von schlechten Eltern. In der Mitte hängt "The Oath" ein wenig, dreht aber zum Ende mit dem epischen 'Psalm 7' (zwei weniger als bei Trouble) nochmal richtig auf. Textlich wird wie schon erwähnt dem Okkulten gefrönt und der Gehörnte wird auch mehr als nur einmal gepriesen. Das gefällt mir natürlich, wirkt aber hier und da ein wenig aufgesetzt. Der Sound hat eine schöne 80ies Schlagseite und passt wie die Faust auf’s Auge. In Solitude's Henke Palm hat ein paar Soli beigesteuert, das Bandlogo stammt aus der Feder von Watains Erik Danielson. THE OATH machen auf ihrem selbst betitelten Debüt vieles richtig. Das Image stimmt, die Zusammenarbeit mit etablierten Namen, nicht zuletzt die tolle Musik. Trotzdem gebe ich erstmal nur 4,5 Blitze. Denn auch wenn "The Oath" schon ein starkes Album ist, dass jeder Freund traditionell schwermetallischer Klänge ungehört kaufen kann, hat die Band sicherlich noch einiges an Potential nach oben. Album-VÖ: 17.03.2014 (Photo courtesy of Rise Above)