Im Jahre 2011 haben wir uns das erste Mal mit DAMIEN KLEIN unterhalten. Für alle die ihn noch nicht kennen. Er ist ein Spitzenkoch. Mittlerweile gehört er sogar zu den 24 besten Köchen Europas und hat in früheren Tagen sogar schon das deutsche Fernsehen unsicher gemacht. Im erneuten Interview erzählt uns der kochende Metal-Fan wie er es an die Spitze geschafft hat. Hey Damien, schön dich mal wieder in unserem Interview-Slot begrüssen zu dürfen. Es ist ja schon ein Weilchen her, wo du uns Rede und Antwort gestanden hast. Kannst du dich überhaupt noch an unser Interview erinnern? Ja es ist eine Weile her und ich kann mich selbstverständlich noch an das letzte Interview erinneren. So alt sind wir beide ja  noch nicht. Nunja das stimmt wohl, aber du bist ja mächtig unterwegs und hast viel um die Ohren. Wie ist es dir seitdem ergangen? Nach einem Mountainbike-Unfall, wo mein Knie total kaputt war, habe ich mir eine längere Pause gegönnt und mich wieder kreativ im Foodbereich ausgetobt, habe viele neue Techniken entdeckt und mich weitergebildet, so dass ich jetzt die Riesenchance habe, Luxemburg am grössten Worldwide Culinary Contest "Bocuse d'or" zu vertreten. Erster Step ist die Qualifikation in Stockholm am 8 Mai 2014, wo aus 20 Europaländern nur die 12 besten anhand der neuen kulinarischen Meisterwerke ausgewählt werden, die man einer 24-köpfigen Jury aus der ganzen Welt präsentiert. Die Länder mit den jeweiligen Teams die dort weiterkommen, dürfen dann Ende Januar 2015 in Lyon ins Finale. Die absolute Food Fashion Week für alles, was das Food Entertainment auf der Welt angeht, wird sich dort treffen. Eine Halle, wo dir über 5000 Zuschauer 5 Stunden lang auf die Hände gucken und eine Atmosphäre herrscht, wie bei einem Fussball WM Finale und dazu ein weltweiter Livestream.  Ein absolutes Muss und einer der wichtigsten Steps in meinem Leben. Mein ganzes Heimatland Luxemburg mit meinem Können und Ideen weiterzubringen, ist eine große Verantwortung und bedeutet ganz viele Tage und Nächte ohne Schlaf. Das klingt fantastisch und hat mir eine Frage, nämlich nach der Bedeutung des BOCUSE D'OR, bereits abgenommen. Du hast von neu gewonnen Techniken gesprochen. Wie wichtig ist es für dich als "Koch", Neues zu entdecken und geht das in deiner Branche überhaupt noch? Ich vergleiche Kochen und das ganze Buisness rund herum ein bisschen mit der Musik- und Filmbranche. Es gibt ja auch immer neue Musik und neue Filme obwohl schon viele Noten,Töne und Filmscripts entstanden sind. Beim Kochen ist es dasselbe. Ein Produkt kann auf 1000 verschiedene Arten zubereitet werden, mit immer anderen Zutaten und dann erfolgt das Design, wie man etwas aufbaut und anbieten will. Der Bocuse D’or ist im Grunde genommen ein Contest, an dem die Besten der Besten neue Highlights kreieren müssen und woran sich andere Kochprofis weltweit orientieren können. Es ist wie Mode und die besten Ideen und Geschmack kommen weiter. Als was würdest du dich bezeichnen, wenn du das Wort "Koch" nicht verwenden dürftest? Visionär. KitchenDu hast ja bereits einschlägige Fernseherfahrung bei uns in Deutschland und bist den Kochfreunden ein Begriff. Planst du etwas nach dem BOCUSE D'OR bei uns in Deutschland? Früher hatte ich ein Management in Deutschland, welches mich bei verschiedenen Produktionen oder Events vertreten hat. Seit 2011 ist das aber vorbei und ich habe bis heute auch kein neues gefunden, welches sich speziell mit der neuen Kochbranche beschäftigt. Ich mag es, neue Sachen und Taktiken vorzuschlagen und zu präsentieren. Die meisten verstehen eben nicht immer was ich meine, da es vieles davon noch nicht gibt. Deshalb ja auch Visionär. Es gibt so viele Kochshows, aber oft wird nur die deprimierende Seite gezeigt, wenn Profis ein Restaurant wieder aufbauen. Es wird viel geweint und junge Menschen haben dann schon keine Lust mehr, diesen Job zu machen. Wieso ist noch nie jemand auf die Idee gekommen, die lustige Seite eines Restaurants zu zeigen? Ich amüsiere mich immer, sobald ich was mit Kochen oder Restaurant am Hut habe, ohne die seriöse Seite des Management hinten dran zu vergessen. Ich habe schon viele Teams beim Kochen geleitet und keiner könnte je sagen, dass es bei mir nicht lustig gewesen wäre und niemand etwas dazu gelernt hätte. Durch Fun und ein gut gelauntes Team erreicht dein Business Wunder. Bring das mal im TV. Durch das deutsche TV hattest du ja auch den Spitznamen "Kitchen Rocker". Bei Facebook sehe ich immer coole, von dir selbst erstellte Grafiken und dein Markenzeichen ist die Gabel, welche zum Devil Horn gestaltet ist. Bist du immer noch ein Rocker in der Küche? Mir wurden viele Namen aufgestempelt. Normalerweise mache ich auch jeden Spass mit. Sobald du deinen Job gut machst und die Leute von dir reden, gibst du ihnen auch das entsprechende Bild dazu. Ich hatte dieses Bild, bevor ich angefangen habe, mich in diese Kochbranche einzufügen und es war schnell klar, dass man mich auf die dunkle Seite platzieren würde. "Dunkle Seite" bedeutet nichts Schlechtes, aber bei einer schwarzen Kochjacke, Piercings und Strubbelhaare. Ich bin eben der etwas wildere Typ. Dabei bin ich privat eher ein Schaf und falle gar nicht auf. In den letzten Jahren ist mir diese Kitchen Rocker-Sache gar nicht mehr so wichtig gewesen.Das Feuer brennt aber immer noch auf großer Flamme, alleine durch die Nominierung unter die besten 24 Köche Europas, die zum Bocuse D'or pilgern. Ich möchte, dass die Leute das Richtige an mir wahrnehmen und zwar das das fertige Produkt mit gut ausgewählten Zutaten, welches auf schwer erarbeitete Methoden zurück zu führen ist, auf einem neuen, futuristischen Design von Tellern unter anderem präsentiert wird. Wir als Musikmagazin interessieren uns natürlich auch für dein derzeitiges Hörverhalten. Was landet denn momentan in deinem MP3 Player und bitte nur die harten Fakten. Ganz ehrlich. Im Moment grabe ich jeden Tag meine alten CD's aus verschiedenen Kisten, die ich mir mal gekauft hatte und lade sie auf meinen MP3Player. NOFX, Godsmack, Biohazard, Black Sabbath, Iron Maiden etc.. Eben die kommerziellen Sachen, die man als Jugendlicher kauft, ohne zu wissen, dass es auch unkommerzielle, gute Musik gibt. Für den normalen Radiohörer sind diese Sachen ja trotzdem unkommerziell. Es war mir wie immer eine Freude und wir hoffen in Zukunft mal wieder öfter etwas von dir zu hören, zu lesen und zu sehen. Und als abschließende Frage: Wann kochst du endlich mal für den Hair Rocker? Vorfreude ist die schönste Freude. Damien Banner